Ein tolles Erlebnis: Als Zuschauer bei Wer wird Millionär

Vier Jahre Wartezeit und durchschnittlich 285.000 Leute in der Warteschlange – da rechnet man gar nicht damit, dass man jemals noch zum Zug kommt. Als vor ein paar Wochen eine Mail von EndemolShine in meinem Postfacht landete konnte ich es deshalb kaum glauben: Endlich, erstmals, hätte ich die Gelegenheit, Tickets für Wer wird Millionär zu ergattern! Ich habe natürlich keine Sekunde gezögert und auf “Buchen” geklickt. Ein Jahreshighlight: Als Zuschauer bei Wer wird Millionär!

Auf nach Hürth!

Machen wir es kurz: Ich war unheimlich aufgeregt! Erst als ich tatsächlich im Wer-wird-Millionär-Studio saß, konnte ich glauben, dass wir wirklich live dabei sein würden. Bis dahin gab es viel zu tun: Ich musste das Geld für die Tickets überweisen (nicht gerade wenig!) und mich einige Tage vor der Aufzeichnung telefonisch zurückmelden. Außerdem wollte das Drumherum organisiert werden, also Zugfahrt nach Köln, Hotel, Rahmenprogramm… Und bis zur letzten Sekunde hatte ich regelrecht Panik, dass etwas schief gehen würde – Günther Jauch könnte ja z.B. auch mal krank sein (ich habe allerdings gelesen, dass er in der siebzehnjährigen Geschichte von WWM noch nie einen Produktionstag verpasst hat).

Gegen 14 Uhr am Aufzeichnungstag sind wir von Köln aus zu den nobeo-Studios in Hürth aufgebrochen. Nach Hürth wollte ich schon immer mal, da stand ja früher das Big Brother Haus (oh oh, jetzt oute ich mich aber als Trash-TV-Junkie). Den Studio-Komplex haben wir schnell gefunden; unter anderem wird dort auch Stern TV aufgezeichnet. Wir wurden in einen Warteraum mit Ostblock-Flair gelotst, wo uns nach einiger Zeit Platzkarten für die Show ausgehändigt wurden. Dabei hatten wir den subjektiven Eindruck, dass die Karten nicht wahllos, sondern nach Optik verteilt wurden – aber da können wir uns auch getäuscht haben. 😉

Die Studioführung

Nach einiger Zeit ging es dann mit der Studioführung los. Ich war angenehm überrascht. Nachdem diese Führungen am laufenden Band stattfinden, hatte ich befürchtet, dass sie etwas lieblos ablaufen würden. Aber das Gegenteil war der Fall. Eine super engagierte nette Dame führte uns hinter die Kulissen, durch enge Gänge und hochinteressante Regieräume hinein ins Stern TV Studio. Dabei plauderte sie aus dem Nähkästchen und erzählte über den Ablauf solcher Fernsehshows, vom Stress bei Live-Sendungen und von den anspruchsvollen Aufgaben der teils 60 Mitarbeiter pro Show. Das Stern TV-Studio löste dabei bei so ziemlich allen den totalen Aha-Effekt aus. Es ist überraschend winzig und überraschend schäbig – im Fernsehen ist halt Vieles mehr Schein als Sein.

Die Show

Nach der Führung ging’s zurück in die Ostblock-Wartehalle, wo sich jeder ein Freigetränk holen konnte. Dann war erstmal langes Warten angesagt, bis es kurz nach 17 Uhr endlich losging. Uns wurde eingeschärft, nochmal auf die Toilette zu gehen (dass es während der fast dreistündigen Aufnahme keine Pause geben würde wurde dabei verschwiegen), dann mussten wir Jacken und Taschen abgeben, bekamen ein paar Hustenbonbons in die Hand gedrückt und durften das Studio betreten. Ein wirklich mega tolles Gefühl! Das Studio war noch kleiner als ich es für möglich gehalten hätte, man war so richtig dicht dran. Wir hatten super Plätze, in der zweiten Reihe mit Blick auf Günther Jauch und den Kandidaten. Eine Art Animateur (von uns liebevoll “Einpeitscher” genannt) sorgte für gute Stimmung, interagierte mit dem Publikum und erklärte uns einige Regeln – z.B. dass wir nicht unbedingt mit verschränkten Armen dasitzen und natürlich nicht die Lösungen nach vorne rufen sollen. Dann ging alles relativ schnell und Günther Jauch kam herein, im dunkelblauen Anzug. Er wirkte noch größer und schlanker als im Fernsehen, war aber ansonsten absolut so, wie man ihn kennt. Sehr witzig und schlagfertig.

Es wurde dann quasi sofort mit der Aufzeichnung begonnen (Doppelfolge “Zocker Special”). Unterbrechnungen gab es überraschenderweise kaum. Selbst wenn Günther Jauch die Werbung anmoderierte, wurde nur für etwa fünf Sekunden unterbrochen, dann ging’s sofort weiter. Immer dann, wenn ein neuer Kandidat zum Zuge kam, gab es eine kurze Unterbrechung, damit diesem ein Mikrofon angesteckt werden konnte – da rannte sofort ein Trupp Leute auf Günther Jauch zu, mit Fusselbürsten und Puder. Aber im Großen und Ganzen wurde die Sendung relativ so aufgezeichnet, wie man sie auch im Fernsehen sieht – nur ein, zweimal gab es einen kurzen Stopp, weil z.B. das Licht nicht gepasst oder der Teleprompter nicht funktioniert hat. Der Einpeitscher signalisierte uns stets, wenn wir Klatschen, Jubeln oder Trampeln sollten – man orientierte sich unwillkürlich die ganze Zeit an ihm. Überraschend war außerdem, dass die Begleitperson des Kandidaten ununterbrochen eine Kamera und einen Scheinwerfer im Gesicht hatte (ich dachte, es wird nur ab und zu die Kamera auf sie gerichtet).

Tolle Atmosphäre

Insgesamt fand ich die Atmosphäre im Studio viel “echter” als wie wenn man zuhause vorm Fernseher sitzt. Zuhause sagt man ja gerne locker dahin, dass beispielsweise “C” die richtige Antwort ist. Im Studio hatte ich viel mehr das Gefühl, dass ich das jetzt lieber nicht einloggen würde, weil ja doch eine stolze Summe Geld an der richtigen Antwort hängt. Außerdem war im Studio viel greifbarer, dass die locker flockigen schlagfertigen Dialoge zwischen Günther Jauch und den Kandidaten eine Kunst ist, die nicht jeder beherrscht. Und den Kandidaten war die Nervosität viel deutlicher anzumerken als vorm Fernseher. Cool war auch, selbst einmal als Zuschauer “drücken” zu können oder als Zusatzjoker die Möglichkeit zu haben, aufzustehen (was wir nicht gemacht haben, weil wir die richtigen Antworten nicht wussten). Insgesamt war die Stimmung einfach bombastisch, und alle haben sich überraschend diszipliniert verhalten; keiner hat die Antwort nach vorne gerufen oder sonst irgendwelche unangemessenen Laute des Entsetzens oder der Freude zum falschen Zeitpunkt losgelassen.

Fazit: Es war super!

Für mich war dieser Tag ein totales Highlight, ich war und bin absolut begeistert. Es war toll, bei Wer wird Millionär hinter die Kulissen zu schauen, Günther Jauch live in Action zu sehen und durch die Studioführung ein paar Hintergrundinfos zu bekommen. Ich würde dieses Erlebnis sehr gerne irgendwann wiederholen, aber wenn man die Wartezeiten auf die Tickets so anschaut bin ich ja frühestens in vier Jahren wieder an der Reihe. Vielleicht sollten wir uns doch mal als Kandidaten bewerben? Da soll man nämlich angeblich schneller zum Zuge kommen…

12 Kommentare

  1. Hallo ihr Beiden,
    genau wie ihr habe ich auch das Glück gehabt nach 4 Jahren einen Platz zu ergattern.Ich war bei der Promisendung im Mai.Ihr habt es wirklich sehr treffend beschrieben.
    Noch dazu stand ich plötzlich in der Mitte als Jauch fragte ob jemand die Beckenuhr erklären könne. Engelke und Jauch lagen beide am Boden und ich versuchte ihnen zu erklären wie die Beckenuhr als Pilatesübung funktioniert.Es war köstlich!!

    • Hallo A.K.,
      vielen Dank für Deinen lustigen Kommentar! Die Promisendung habe ich leider verpasst, dabei schaue ich WWM quasi immer an. Super, dass Du sogar einen kleinen Gastauftritt in der Sendung hattest!
      Liebe Grüße und ein schönes Wochenende,
      Suzy

  2. Hey! Es klingt richtig gut, was ihr da erlebt habt! Ich wollte dir zwei kleine Frage stellen: wann genau habt ihr euch denn beworben? Musstet ihr 4 vollen Jahre waren? Habt ihr zwischen mehreren Terminen wählen können ? Ich habe mich in den letzten Tagen erinnert, dass ich auch mal eine Bewerbung für Zuschauer-Karten abgegeben hatte. Das war im Oktober 2014 (die Bestätigungs-Email habe ich sogar noch), damals wurde mir gesagt dass ich wahrscheinlich erst im Frühjahr 2018 dran wäre. Und schon haben wir 2018… Ich glaube ich werde ausrasten, wenn ich endlich Tickets buchen kann! 😀

    • Hallöchen,
      vielen Dank für Deinen Kommentar!
      Wir haben auch etwa fünf Jahre auf die Tickets gewartet – Geduld ist also gefragt! Als wir dann endlich dran waren konnten wir zwischen mehreren Terminen wählen. Auch als ich die Tickets schon gebucht hatte, wurden mir eine zeitlang (etwa ein halbes Jahr) weitere Terminvorschläge geschickt. Man muss also nicht gleich beim ersten Mal zuschlagen. Ich drücke Euch die Daumen, dass es bei Euch bald klappt!
      Liebe Grüße,
      Suzy

      • Wow, sogar 5 Jahren! Dann wird es wahrscheinlich für mich dieses Jahr nicht mehr klappen, schade! Damals als ich mich beworben hatte haben sie kurz danach die Sendungen von zwei auf eine pro Woche reduziert, das wird wahrscheinlich eine grosse Rolle spielen in der Vergabe der Karten. Das ist echt toll, dass man zwischen mehreren Terminen wählen kann. Bin echt gespannt jetzt! Vielen lieben Dank für deine schnelle Antwort und danke auch für deine Berichtserfahrung, es war sehr aufschlussreich!

  3. Guten Tag.

    Ich finde deine Review wirklich super 🙂

    Ich hätte aber verschiedene Fragen an dich:

    – Hatte man die Möglichkeit mit Jauch zu reden oder ihn sogar um ein Autogramm zu bitten?
    – Wo habt ihr eigentlich die Handys hingelegt?
    – PromiBB wird in den MMC Studios gedrekt 🙂
    – Zudem wollte ich dir sagen, dass die bei der Platzgestaltung auf die Farben achten. Wie du gemeint hast. Ich selbst interessiere mich meistens mehr um die Studios und co als auf die eigentliche Sendung … Also je dunkler man gekleided ist, je weiter sitzt man weg, weil dunkle farben erkenne die Kameras als unendlich. Darum sind die Studios auch schwarz angestrichen, damit alles größer aussieht … Wie ich auf den Fotos sehen kann, wart ihr sehr bunt gekleided, das hat euch super geholfen 😉

    Vielen Dank 🙂

    • Hallo Tom,
      vielen lieben Dank für Deinen Kommentar!
      Die Möglichkeit mit Jauch zu reden hatte man eigentlich nicht. Vielleicht hätte man jemanden fragen können, ob man kurz zu ihm hin kann um ein Autogramm zu bekommen, aber ich habe gar nicht drangedacht, da nachzufragen.
      Handys und Taschen musste man vor Betreten des Studios abgeben. Hinterher wurden einem die Taschen wieder ausgehändigt.
      Danke für die Info zu den Farben, das ist echt interessant und war mir gar nicht bewusst! Dann haben wir’s also unbewusst richtig gemacht, um weiter vorne sitzen zu können. 🙂
      Liebe Grüße
      Suzy

  4. Hey,
    nach meinem Kommentar unter deinem Artikel im Frühjahr, melde ich mich wieder hier um mitzuteilen, dass ich auch jetzt endlich an der Reihe bin und nächsten Monat an eine Wer-wird-Millionär-Aufzeichnung teilnehmen werde! Genau 4 Jahre und 3 Monate nach meinem Eintrag auf die Warteliste. Bin super glücklich und aufgeregt!

    Wenn man den Link zu den Karten bekommt, muss man aber wirklich schnell zugreifen, da sie schnell ausverkauft sind. Ich bekam die ersten Termin-Vorschläge im Oktober, und ich war von der E-Mail so überrascht, dass ich nicht sofort gebucht habe und erstmal abklären wollte, wer mit mir kommt. Als ich dann später am Abend buchen wollte, waren die beiden Termine die für mich in Frage gekommen wären, ausverkauft.
    Als erneut die E-Mail mit neuen Terminen-Vorschlägen gestern kam, habe ich keine Sekunde gezögert und sofort gebucht.

    Jetzt bin ich mega gespannt! Ich finde deinen Artikel super hilfreich, damit man weiss, was ungefähr auf einen zukommt und bin dir sehr dankbar, dass du so ausführlich darüber berichtet hast 🙂

    • Hallo Ayu,
      supervielen lieben Dank für Deinen Kommentar, und herzlichen Glückwunsch, dass es mit den Tickets geklappt hat!
      Ich wünsch Dir viel Spaß bei der Sendung – melde Dich doch mal hinterher und berichte, wie es Dir gefallen hat!
      Liebe Grüße
      Suzy

  5. Martin Wannhoff

    Hallo,
    euer Erfahrungsbericht ist sehr interessant für mich. Ich habe ein kleines Büchlein über North-Sentinel-Island geschrieben und alles, was man über diese kleine Adamanen-Insel weiß, in einer fiktiven WWM-Sendung eingebettet. Selbst nie dabei gewesen zu sein ist eine Quelle für unzählige Fehler. Vieles kann ich dank eures Berichts korrigieren. (zum Beispiel, dass es keine Werbepausen gibt und es nach 5 sec. weitergeht) Ich danke herzlich für euren Einblick und wünsche alles Gute.
    Sollte Interesse an der korrigierten Fassung bestehen, darf man sich gern bei mir belden.

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