Exkurs: Von Zahnärzten und Windspielen

Einen Reiseblog so einfach zweckzuentfremden ist natürlich eine fragliche Angelegenheit. Schließlich soll es hier um eine der schönsten Beschäftigungen im Leben gehen – das Reisen. Aber der geneigte Leser wird sich fragen, warum sich hier seit nunmehr über einem Monat nichts getan hat. Tja. Während dieser Blog brachlag habe ich mich zu einer Expertin für Nachbarschaftslärm und Zahnarztbesuche weitergebildet. Oder, fast noch besser: Ich bin nun Fachfrau für nervige Angelegenheiten aller Art. Wer lieber etwas übers Reisen lesen will, kann diesen Beitrag getrost überspringen. Alle anderen dürfen gerne weiterlesen.

Das Windspiel und der Zahnarzt…

Stoff, um über eine herausragende Reise zu berichten, gäbe es genug. Ich war nämlich Mitte Juli in Karlsbad, Marienbad, Franzensbad und Loket und bin nachhaltig von diesen Wahnsinns-Städtchen begeistert. Deshalb hat es mich geradezu eiskalt erwischt, als ich unmittelbar nach meiner Heimkehr ein glascontainerartiges Geschepper aus Richtung unseres Gartens vernahm. Der Verursacher war schnell gefunden: Ein etwa ein Meter hohes Windspiel, das unsere Nachbarn in ihrem Garten aufgehängt haben, und das selbst bei Windstille permanent in den schrillsten Tönen herumklimpert. Jetzt weiß ich: Es gibt melodische Windspiele und absolute Krachmacher. Selbstverständlich lässt unser Nachbar nicht mit sich reden, sonst wäre es ja nur halb so lustig. Seitdem halten wir uns also weitestgehend innen mit geschlossenen Fenstern auf und haben interessante (und immerhin aussichtsreiche) Erfahrungen mit Anwälten, Lärmprotokollen, Ordnungsamt und Hausverwaltung gesammelt. Spaß geht anders.

… die stecken unter einer Decke!

Und weil das alles noch nicht nervenaufreibend genug ist, hat wahrscheinlich mein Zahnarzt gedacht “da setz ich noch eins oben drauf”. Auch das begann ganz harmlos: Mir wurde eine Füllung ausgetauscht. An Zahn 46, um genau zu sein. Unglücklicherweise hat der Zahn hinterher weh getan, und zwar auch noch nach einer mir selbst auferlegten Wartezeit von fünf Tagen. Ein Anruf beim Zahnarzt brachte mir die Erkenntnis, dass selbiger nun drei Wochen lang im Urlaub sein würde. Perfektes Timing sozusagen! Aber, was wäre ein Arzt ohne Vertretung! Die auf dem AB genannte Vertretung wusste nur leider nicht, dass sie Vertretung ist, und sie war, wie mir umgehend mitgeteilt wurde, eine kieferchirurgische Praxis, die bei Problemen mit Füllungen eh nicht weiterhelfen kann. Da hab ich dumm aus der Wäsche geschaut! Ich hab mir also spontan einen neuen Zahnarzt suchen müssen, der mich wiederum aufgeklärt hat, dass nur der Zahnarzt Gewährleistung auf eine Füllung hat, der die Füllung auch gemacht hat. Andernfalls wird die Zuzahlung erneut fällig. Daraufhin bin ich weitere sieben Tage mit Zahnschmerzen durch die Gegend gerannt bis ich schließlich klein beigegeben habe und die Füllung kostenpflichtig austauschen ließ. Leider war das (bis jetzt) auch nicht so wirklich die Lösung des Problems. Morgen steht ein neuerlicher Besuch beim Zahnarzt an. Damit komme ich schon fast ins Guiness Buch der Rekorde: Das sind dann fünf Zahnarztbesuche in 20 Tagen.

Jetzt habe ich mich ausgejammert und ihr seid wieder auf dem Laufenden. Der nächste Beitrag ist dann über Karlsbad, das verspreche ich. Denn Karlsbad gehört ab sofort definitiv zu meinen Top-Four-Lieblingsorten auf der Welt. Das Bild oben links ist übrigens aus Loket. Da hatte ich noch gut Lachen…

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