Vorbereitungen – Teil 1 (noch 20 Tage bis Peking)

Nein, ich bin noch nie “plötzlich mit tierischen Zahnschmerzen” aufgewacht. Deshalb besitze ich auch kein Schmerzmittel, das mein Überleben in einem solchen Moment gewährleisten würde. Jetzt aber möchte ich so ein Medikament besitzen. Ganz dringend sogar. Die Dame in der Apotheke schaut mich komisch an. “Aber wissen Sie”, wiederhole ich zum x-ten Mal meinen neuen Lieblingssatz, “in der Mongolei, da gibt es nichts!” Mit einer Packung Ibu-irgendwas verlasse ich zufrieden die Apotheke. Dabei weiß ich gar nicht, was es in der Mogolei alles gibt, oder eben nicht gibt. Diese Woche zum Beispiel habe ich gelesen, dass es möglich ist, von der Hauptstadt Ulan-Bator aus in die Wüste Gobi zu fliegen, anstatt sich eine zwölfstündige Jeep-Tour über nichtvorhandene Straßen anzutun. Dank Google Earth entdeckte ich tatsächlich einen Flughafen in der Wüste, und drumherum eine Stadt (Dalanzadgad). Mit immerhin 17.000 Einwohnern. Erneut stellte ich fest: Ich kann noch so viel über die Mongolei lesen, hören, mir anschauen – ein wirklich schlüssiges Bild über dieses Land ergibt sich nicht in meinem Kopf.

Mein Versuch, in einer deutschen Bankfiliale Euros in mongolische Tugrik umzutauschen, scheitert. Die Bankangestellte schaut mich ähnlich komisch an wie zuvor die Apothekerin. Schade. Ich hätte gerne schon ein kleines Stück Mongolei in den Händen gehalten.

Während sich mein “reales” Gepäck täglich vergrößert (Thermostasse und Teebeutel für die Fahrt in der Transsibirischen Eisenbahn, Karabinerhaken und Zahlenschlösser zur Diebstahlsicherheit, Mikrofaserhandtuch, Sicherheitsnadeln, Adapterstecker und gefühlt 1.000 Dinge mehr), reduziere ich die in meinem Kopf vorherrschende Größe meines Gepäcks auf ein Minimum. Ob der 48-Liter-Rucksack wohl reicht? Leichtfüßig mit wenig sperrigem Gepäck die Stufen des Zuges zu erklimmen ist ein sehr attraktiver Gedanke. Lieber ab und zu mal waschen – wenn ich auch nicht weiß, wo. Der Plan sieht vor, jede Nacht woanders zu verbringen.

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