Roadtrip Ende. Und jetzt noch nach Tallinn!

Roadtrip Ende.

Insgesamt zurückgelegte Strecke: 2.100 Kilometer

Geständnis des Tages: Ich hatte keinen Führerschein dabei. Der Lars musste die gesamte Strecke fahren. (Ich dachte ja, wir machen eine Trekkingtour!).

Finnische Logik:
An der Rezeption der Campingplätze wird teilweise Bier verkauft. Diese Alkoholverkaufslizenz geht aber nicht so weit dass man das Bier mit auf die Hütte/ins Zelt nehmen dürfte. Nein, man muss es vor Ort trinken. Fährt man aber in den nächsten Supermarkt und kauft sich dort das gleiche Bier darf man es selbstverständlich mit in die Hütte nehmen. (???!!!).

Finnisches Wetter:
16 Grad für Finnen: T-Shirts, kurze Hose,  Flipflops und Bad im See.
16 Grad für Touristen: Man zieht mal langsam die oberste seiner fünf Jacken aus.

Bestätigtes Stereotyp des Tages:
Finnen rennen gerne und oft in Gummistiefeln herum.

Zustand des Daunenschlafsacks:
Trocken und nach wie vor immens kuschelig.

***

Heute melden wir uns vom Flughafen in Kuusamo. Unser Roadtrip ist zu Ende. Schweren Herzens verabschieden wir uns von Rentieren, Hütten und dem leckeren Trangia-Essen. Übrigens: Die Fertiggerichte von Knorr Spaghetteria sind tatsächlich den No-Name-Produkten überlegen! Wir haben das jetzt acht Tage lang ausgiebigst getestet.

Heute geht’s zurück nach Helsinki (last-minute-Souvenir-Shopping), und morgen früh dann zur letzten Etappe unserer Reise: Wir fahren mit dem Schiff nach Tallinn in Estland.

Ihr wollt jetzt sicher wissen wie es uns bei unserer Nacht im Freien ergangen ist: Eine hammermäßige Erfahrung!!!! Hat ultra Spaß gemacht! Auch wenn wir, den Mücken sei Dank, nicht wirklich viel geschlafen haben. Interessanterweise hört man die Viecher sogar durch die Ohrenstöpsel. Und wenn sie sich plötzlich auf dem Gesicht niederlassen wacht man auf und fängt an um sich zu schlagen. Trotzdem war es in unserem Sami-Unterstand mega gemütlich. Das Feuer hat geknackt, man hörte das Rauschen des Flusses und morgens haben die Möwen angefangen zu schreien – Natur pur!!!! Und – unbezahlbar: Ich habe mal wieder einen Eindruck davon bekommen, wie Menschen früher gelebt haben. Wenn man das auch nur eine Minute miterlebt kommt man sich sofort vor wie ein verweichlichter Luxus-Waschlappen.

Nach unserer Outsdoor-Nacht sind wir zurück nach Kuusamo gefahren. Zum letzten Mal haben wir uns eine kleine Hütte genommen. Auf einem winzigen Campingplatz direkt am See. Hier haben wir zum ersten Mal seit acht Tagen unser Gepäck geordnet und ordentlich ausgemistet. Die nutzlose Outdoor-Seife musste ebenso zurückbleiben wie unsere mittlerweile ziemlich schmutzigen Handtücher. Die Idee, Geschirrhandtücher statt normalen Handtüchern mitzunehmen, hat sich übrigens absolut bewährt. So ein Tuch reicht völlig um sich abzutrocknen und wird auch selbst relativ schnell wieder trocken. Der Zustand der Handtücher nach acht Tagen ist dann allerdings grenzwertig (so wie der vom Rest unserer Klamotten auch).

Leider waren wir doch etwas zu zerschlagen um den angekündigten wilden Braunbären einen Besuch abzustatten. Stattdessen sind wir in einen 30km entfernen Wildpark gefahren. Durch die ganzen Rentiere auf der Straße wurde unser Vorankommen allerdings ziemlich erschwert. Ganze Herden sind fröhlich auf der Fahrbahn entlangspaziert ohne sich von den herannahenden Autos auch nur irgendwie einschüchtern zu lassen. So Rentiere sind nämlich recht gemütliche Tiere, die eher verdutzt schauen und stehenbleiben anstatt erschreckt davonzurennen. Auf Straßen herumzulaufen scheint ihnen außerdem viel besser zu gefallen als im Wald spazierenzugehen. Also braucht man als (finnischer) Autofahrer Nerven. Die Touristen dagegen freuts und bei jedem Rentier wird gewissenhaft die Kamera aus dem Autofenster gehalten.

Der Wildpark war dann nicht so toll, vor allem weil der Lars und ich uns ja keine Tiere hinter Gittern (mehr) anschauen wollen. Es gab dort mehrere Braunbären an die man ziemlich nah herankonnte. Es war schon interessant wie groß diese Tiere sind und was für Klauen und Zähne sie haben. Aber wir waren hinterher doch frustriert 20 Euro ausgegeben zu haben um traurige eingesperrte Tiere zu sehen.

Den Rest des Tages und damit auch unseren Roadtrip haben wir vor unserer Hütte ausklingen lassen – oh wie ich das Gesumme der Moskitos, das hektische Herumgefuchtle und das Um-sich-Schlagen vermissen werde…

Mit diesen Worten verabschieden wir uns jetzt also vom Gebiet der hundertmillionen Moskitos und wenden uns – juhuu – dem Abenteuer Estland zu.

2 Kommentare

  1. Herzlichen Glückwunsch: Kein Rentier umgefahren, Millionen von Moskitos überlebt und nebenbei noch Leute daheim unterhalten, die Kolleginnen im Urlaub vertreten müssen. Danke für die schönen Berichte. Macht weiter so! Dumm für mich: wenn meine Kollegin wieder da ist, gibt’s keine Berichte mehr.

    • Ooooh Danke!!!! 🙂 Des Lesers Freude freut mich auch! Grüße vom großen Schiff, im Nirgendwo zwischen Helsinki und Tallinn

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