Trekkingtour in Nordfinnland – Es geht los!

wpid-2015072019415601.jpgUnsere letzte Nacht mit einem festen Dach ueber dem Kopf ist vorbei. Wenn wir um 12 Uhr aus unserem finnischen Tropikhotel auschecken muessen sind wir obdachlos. Die Rucksäcke sind gepackt, beim Fruehstueck haben wir uns nochmal die Bäuche vollgeschlagen, wir haben gewissenhaft unser Equipment ueberprueft und nochmal einen Blick auf die Route geworfen. Wir sind unglaublich gespannt.

Mit 1,5-stuendiger Verspätung ging es fuer uns gestern mit einer kleinen Propellermaschine nach Norden. Der Blick vom (sehr tieffliegenden) Flugzeug auf Finnland war schon recht beeindruckend: Nichts als Wälder und Seen. Gegen 15 Uhr sind wir schliesslich in Kuusamo gelandet, das quasi schon zu Lappland zaehlt. Draussen roch es nach Wald und Harz und in der Wiese vor dem Flughafen sassen zwei Rentiere und haben zu uns ruebergestarrt.

Tja, und dann standen wir an diesem Flughafen im Nirgendwo, an dem genau einmal am Tag ein Flugzeug landet und anschliessend gleich wieder abhebt. Taxis waren Fehlanzeige, nicht mal einen Informationsstand gab es. Das hat uns sehr an unseren Flug auf die isländischen Westmännerinseln erinnert, an dem wir ebenfalls gestrandet waren bis sich eine nette Isländerin erbarmt hat uns mit ihrem Auto zu unserer Unterkunft zu fahren. Aber in Finnland ist das etwas bessser organisiert: Irgendwo auf dem ueberdimensional riesigen Parkplatz des Mini-Flughafens stand ein kleiner Bus, der doch tatsächlich dazu da war, Leute wie uns vom Flughafen ins Tropik-Hotel zu bringen. Der Fahrer war aufgrund der Verspätung unserer Fluges etwas genervt, aber ansonsten war das ein super Service. Das Tropik-Hotel ist ziemlich abgefahren – wie erwartet gibt es ein Spassbad mit Plastikpalmen (das aber um Welten kleiner ist als erwartet), ueberall riecht es nach Chlor und halbnackte Finnen in Bademänteln schlappen durch die Gegend. Ihr fragt Euch sicher, warum wir uns keine gemuetliche Huette am See fuer diese Ueberbrueckungsnacht gemietet haben. Ganz einfach deshalb, weil man hier ohne Mietwagen echt aufgeschmissen ist. Taxifahrten sind verdammt teuer und fuer nur eine Nacht war uns das logistisch doch zu aufwändig. Also lieber Spassbad. Immerhin gibt es hier einen PC an dem ich gerade sitze und mich mit der finnischen Tastatur herumschlage – das macht die 200 Kinder hier im Hotel und die joghurtverschmierten Stuhle, auf denen wir beim Fruehstueck sitzen mussten wieder wett.

Als erstes haben wir gestern unser Gepäck geordnet – das war dann doch etwas zermuerbend. Wir haben einfach alles ausgepackt, neu geordnet, und dann musste ja alles, was bisher im wpid-2015072110075900.jpg“Handgepäck” war, auch in die Rucksäcke. Ich dachte zeitweise, wir kriegen das nicht hin. Lars Rucksack wiegt jetzt ungefähr 30 Kilo und meiner vermutlich um die 17… Das kann echt heiter werden. Als dann alles ordentlich verstaut war haben wir uns hier zwei Fahrräder gemietet. Mit Ruecktrittbremse! Ich hab das nie gecheckt und bin immer in voller Fahrt abgesprungen. Mit den Dingern hier um die Seen herumzuduesen war eine Mordsgaudi.

So viel also zum gestrigen Tag. Ich habe bestimmt ganz viel vergessen, aber jetzt gehts gleich los. Wir werden Akku sparen muessen, aber ich werde trotzdem versuchen, Euch in den nächsten acht Tagen auf dem Laufenden zu halten. Laut Google gibt es ueberall auf der Strecke Internetempfang.

Mit diesen Worten verabschiede ich mich aus der Zivilisation. Und verrate Euch an dieser Stelle: Es regnet draussen in Strömen. Der Daunenschlafsack freut sich jetzt schon.

P.S.: Dank des PCs hier konnte ich die ganzen Bildergalerien der letzten Tage auf den von Euch gewöhnten Galerie-Modus umstellen. Wer sie sich also nochmal in Ruhe anschauen möchte kann das jetzt machen ohne dauernd hin- und herklicken zu muessen.

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