Die Sache mit der Sicherheit… (Erkenntnisse einer Reise, Teil 3)

Wenn man abends in Paraguay am Flughafen steht und solche Plakate wie das hier auf der linken Seite betrachtet, da wird einem schon ein bisschen anders. Es sind führende Drogenbosse, die hier gesucht werden. Noch “anderster” wird einem allerdings, wenn man an anderen Stellen ganze Wände voller verzweifelter Suchanzeigen sieht, für Familienangehörige, die verschwunden sind. Es sind vor allem Jugendliche, Frauen, Kinder, Jungs, manchmal auch gleich mehrere Geschwister, die einfach weg sind. Am Flughafen von Iguazú in Argentinien hingen vor dem Boarding-Gate ungefähr hundert DinA4-Ausdrucke mit Name, Foto, Alter und sonstigen Informationen über die verschwundene Person. Man fängt unwillkürlich an, sich zu fragen, was wohl passiert ist. Wohin diese Menschen verschwunden sind. Ob sie noch leben.

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(Un)sicherheit in der höchsten Hauptstadt der Welt (Quito)

Von Ecuador liest man nur Horrorstories über Kriminalität, Entführungen und Raubüberfälle. Nach allen Warnungen, die diverse Websites und unser Lonely Planet Guide verbreiten, erschien es uns quasi unmöglich, sich mehrere Tage im Land aufzuhalten ohne Opfer einer groß angelegten Diebestour zu werden. Ziemlich eingeschüchtert namen wir also unsere ersten Schritte durch Quito in Angriff.
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Reiseführer-Warnungen vs. Realität (Bogotá)

“Ihr nehmt einfach den Bus bis Las Aguas, steigt dann in einen anderen Bus, und dann nehmt ihr noch ein Taxi. Ihr könnt ein Taxi auf der Straße anhalten, auch wenn es besser ist, sich eines rufen zu lassen. Aber ich habe schon lange nichts mehr von Verbrechen durch Taxifahrer gehört. Wenn ihr dann am Cerro Monserrate seid, könnt ihr hochlaufen oder mit der Seilbahn hochfahren. Und danach geht ihr von dort zu Fuß ins Zentrum.” So ungefähr lautete die Empfehlung unserer Hotelinhaberin Ela, als wir sie heute morgen fragten, wie wir zum Cerro Monserrate, einem 3.150m hohen Berg vor den Toren Bogotás, gelangen könnten. Nach alldem, was uns Reiseführer und diverse Websites geraten hatten, hauten mich Elas Worte so ziemlich um. Der Cerro Monserrate ist soooo gefährlich, hieß es stets. Man könne sich allenfalls am Wochenende hinwagen, wenn gleichzeitig viele Kolumbianer dem Hügel einen Besuch abstatten. Aber auf keinen Fall sollte man sich dort zu Fuß bewegen, Raub, Entführung und Vergewaltigung seien garantiert. Und dann das zweite No Go: Niemals, wirklich niemals, auf der Straße ein Taxi anhalten. Sich immer eins rufen lassen, ein sicheres, registriertes. Das konnte ja heiter werden.

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