Mit Matthias Hanke durch Alaska: Reisevortrag “Abenteuer Yukon”

Nach dem etwas durchwachsenen Erlanger Fernwehfestival hatte das Jahr 2017 tatsächlich noch eine tolle Reisevortrags­überraschung für uns auf Lager: “Abenteuer Yukon – 3.000 Kilometer per Kanu durch Kanada und Alaska” von Matthias Hanke. Ich muss – zugegebenermaßen etwas zerknirscht – gestehen, dass ich Matthias Hanke bis dato nicht kannte und mich auch im Vorfeld nicht groß über den Vortrag informiert hatte. Umso größer war meine Freude, als mir nach zwei Vortrags­minuten klar wurde: Das wird ein guter Vortrag. Ein sehr guter sogar!

Matthias Hanke ist Weltreisender, Fotograf, Reisejournalist und darüber hinaus Organisator des Göttinger Fernweh Festivals (das übrigens am 20. und 21. Januar zum 15. Mal stattfindet). Er hat eine ganze Reihe von Berichten, Bildbänden und Vorträgen veröffentlicht, hat 1995 Afrika mit öffentlichen Verkehrsmitteln von Nord nach Süd über die Marokko-Mauretanien-Route  durchquert und ist im Sommer 2010 3.000 Kilometer mit dem Kanu den Yukon entlanggepaddelt, von dessen Quelle im kanadischen Whitehorse bis zu seiner Mündung in die Beringsee. Von diesem Abenteuer, den aufregenden Erlebnissen unterwegs und den damit verbundenen Strapazen berichtet er in seinem gleichnamigen, sehenswerten Vortrag.

Was mir besonders gut gefallen hat: Matthias Hanke erzählt nicht nur von seiner Reise, sondern spickt seine Erzählung mit allerlei Wissenswertem über Land und Leute – aber ohne, dass es auch nur eine Sekunde langweilig wird oder unnötige Details den Vortrag in die Länge ziehen. Sehr cool ist, dass er teilweise auf den Spuren der Goldgräber wandelt, mehrere Geisterstädte besucht und sogar eine Dredge zeigt, jenen monströsen Schwimmbagger, mit denen früher im Yukon nach Gold gesucht wurde. (Als Fan der Serie “Goldrausch in Alaska” fand ich das besonders spannend). Auch Interviews mit Menschen sowie schöne Natur- und Tieraufnahmen kommen nicht zu kurz. Erwähnenswert sind außerdem die vielen Filmschnipsel, die Matthias in seinen Vortrag eingebaut hat, und die ihm eine ganz besondere Lebendigkeit verleihen. Das ist ein tolles Alleinstellungsmerkmal, denn in dieser Weise habe ich die Kombination aus Film und Foto noch in keinem anderen Vortrag gesehen. Dazu kommt noch Matthias angenehm unaufgeregter Erzählstil, und fertig ist einer dieser feinen, bodenständigen Abenteuervorträge, die jede dieser sündhaftteuren Hochglanzreportagen ganz locker in den Schatten stellen.

Von genau dieser Art von Reisevortrag gibt es viel zu wenige! Ein Vortrag ohne Pomp und Schnickschnack, der mit schönen Impressionen und interessanten Erzählungen von einem echten Abenteuer erzählt. Genau so einen Vortrag habe ich dieses Jahr beim Erlanger Fernwehfestival schmerzlich vermisst. Wenn Matthias Hanke hoffentlich bald mal wieder hier in der Region zu Gast ist, sind wir auf jeden Fall dabei!

Weitere Infos findet ihr auf der Website von Matthias Hanke.

(Ein Dank an Matthias für die Fotos, die er mir freundlicherweise für diesen Beitrag zur Verfügung gestellt hat. Die Bildrechte liegen natürlich bei ihm!).

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