Steinzeitechsen auf historisch bedeutsamem Boden (San Cristóbal, Galápagos)

Das Wichtigste zuerst: Morgen beginnt eines der Highlights schlechthin auf unserer Reise – unsere achttägige Kreuzfahrt durch die Inselwelt von Galápagos. Das Schiff bietet 16 Mann Platz, die Landgänge haben Expeditionscharakter und wir sind sehr gespannt auf weitere Begegnungen mit einzigartigen Inselbewohnern. Vermutlich haben wir also bis zum 3. August kein Internet. Sollte dies tatsächlich der Fall sein, melden wir uns das nächste Mal aus Lima in Peru (wir haben in den letzten Tagen schon fleißig die Weiterreise organisiert – mit dem Panoramazug geht’s zu Machu Picchu, dann weiter per Bus zum Titicacasee auf die berühmten schwimmenden Schilf-Inseln, aber ich will ja nicht vorgreifen…).

Der Lars ist mittlerweile ein einziger Sonnenbrand und liegt stöhnend auf dem Bett. Ein hoher Preis zwar, aber er hat sich absolut gelohnt. Gestern sind wir auf einer fast fünfstündigen Wanderung den bizarrsten Echsen begegnet, die man sich vorstellen kann (man bin ich erschrocken!). Felsbrockenähnlich lagen sie einfach am Strand herum, durch ihre schwarze Farbe gut getarnt, und haben sich wirklich durch nichts auch nur ansatzweise aus der Ruhe bringen lassen.

Um die hiesige Flora und Fauna ein bisschen besser zu verstehen, muss man in die Geschichte von Galápagos eintauchen: Die Galápagos-Inseln sind die Spitze von gigantischen, sich unter Wasser befindlichen Vulkanen. Als die Inseln vor ewigen Zeiten aus Lava entstanden, gab es dort erstmal gar nichts. Irgendwann wurden Tiere (Echsen) angeschwemmt, Vögel ließen sich nieder und die erste Pflanzensamen konnten Fuß fassen. Tiere und Pflanzen passten sich an die Gegebenheiten der neuen Inselwelt an, so dass zwar mit den uns bekannten Tieren verwandte, aber dennoch deutlich verschiedene Arten entstanden. Entdeckt wurde die Inselgruppe im 16. Jahrhundert durch Zufall von den Spaniern. Diese wollten von Panamá nach Peru segeln, kamen vom Kurs ab und waren kurz vorm Verdursten (die ersten Besatzungsmitglieder waren wohl schon gestorben), als plötzlich die erste Insel vor ihren Schiffen auftauchte. Schon damals sahen sie sich mit einem der Probleme konfrontiert, die hier heute noch existieren: Es gibt auf den Inseln quasi kein Frischwasser. Hier auf San Cristóbal gibt es zwar im Hochland eine Lagune, aber auf den meisten anderen bewohnten Inseln muss das gesamte Frischwasser per Boot herbeigebracht werden.

Mein persönliches Highlight der letzten Tage war folgendes: Wir standen auf einer hohen Klippe, unter uns das Meer mit hohen Wellen, und von dort oben konnte man im Wasser bestimmt 20 Meeresschildkröten schwimmen sehen. So etwas wunderschönes und friedliches, einfach gigantisch. Heute haben wir den Verwandten der Meeresschildkröten einen Besuch abgestattet: Den Galápagos-Riesenschildkröten. Man sind die langsam! Unglaublich. Selbst beim Essen machen die nach jedem Bissen eine Pause!

Mit diesen schönen Fotos verabschiede ich mich nun und freue mich auf Flamingos, Blaufußtölpel, und hoffentlich, hoffentlich, hoffentlich, die bis zu 1,5m langen schwimmenden Echsen, die es hier angeblich geben soll…!

4 Kommentare

  1. Lars, der Bart steht dir!

  2. Da haben aber zwei ganz schön viel “Sicherheitsabstand” zum Seehund gehalten 😀

    …. und über den Bart kann man streiten 😉

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