Tag 99…

Tag 99 ist da. Es geht nach Hause. Morgen um 17 Uhr hebt unser Flugzeug ab. Ich bin so wahnsinnig traurig. 98 Tage lang habe ich geschafft, zu verdrängen, dass dieser Tag jemals kommen würde, und nun steht die Realität direkt vor der Haustür. Es geht gerade nicht in meinen Kopf hinein, dass so etwas dermaßen Großes wie diese Reise, die monatelangen Vorbereitungen und die vielen Abenteuer, jetzt schon vorbei ist. Ich hätte endlos so weitermachen können; das waren 100 Tage ganz großes Glück. Es bleibt die Hoffnung, die Reisekasse schnell wieder füllen und sich ins nächste Flugzeug setzen zu können, mit weiteren 100 Tagen Zeit im Gepäck.

Vielleicht ist es gut, dass ausgerechnet Buenos Aires die Stadt ist, aus der wir abreisen. Wir sind gestern bei 30 Grad Außentemperatur mit der Fähre von Montevideo hier angekommen und haben gleich mal wieder eine geballte Ladung der argentinischen Freundlichkeit erleben dürfen: Kein Taxifahrer hat sich bereiterklärt, uns mitzunehmen, da das Hotel Sheraton “nur” sechs Blöcke vom Hafen entfernt liegt. Zu nahe, um den Motor anzuwerfen und zwei deutsche Touristen mit vier schweren Rucksäcken dorthinzufahren. Mit unserem gesamten Hab und Gut haben wir uns also in der größten Hitze durch die Menschenmassen Richtung Hotel geschoben. Fast schon aus Prinzip sollte man sich deshalb darauf freuen, dieses Land zu verlassen.

Heute haben wir ein letztes Mal unser Gepäck geordnet und alles weggeschmissen, was wir nicht mehr brauchen. Danach haben wir noch dem lokalen Zoo einen Besuch abgestattet und im Café Martínez (eine Kette, ähnlich wie Starbucks) ein finales Stück “Cheesecake Maracuyá” gegessen. Und jetzt ruft das letzte Käsebrot auf dieser Reise. Irgendwann, irgendwo, vor vielen Wochen in Quito, haben wir in einem Supermarkt kleine, grüne Plastiktellerchen entdeckt. Diese haben wir seitdem mit uns herumgeschleppt und uns jeden Abend bei Wurst, Käse und Baguette über diesen wertvollen Zuwachs in unserem Gepäck gefreut. Auch sie werden heute noch das zeitliche segnen. Herrje, soviel Nostalgie, schon jetzt.

Zum Glück wird in “Good Old Germany” sofort ein Termin den nächsten jagen: Ganz wichtig natürlich, das Wiedersehen mit unseren Familien! Am Dienstag feiert Lars dann seinen Geburtstag, am Wochenende darauf heiratet sein Bruder in Köln – der nächste Kurztrip folgt also prompt, wenn auch nur “innerdeutsch”. Der November steht dann ganz im Zeichen der Reisevorträge: Vom 13. bis 16. November findet wieder unser heißgeliebtes Fernwehfestival in Erlangen statt (Anregungen für die nächsten Reisen holen!), am 24. November geht’s zur European Outdoor Film Tour, und am 29. November lassen wir uns von unserem Lieblingsweltreisenden Walter Költsch nach Ecuador und Galapagos entführen. Dazwischen wird noch die Glühweinsaison eröffnet, viele Treffen mit Freunden stehen an und unsere Hochzeit bzw. Hochzeitsreise (!!!!!) will ja auch geplant werden. Und sollte sich eine Fluglinie erbarmen und die Kosten für Reisen nach Mexiko drastisch senken, dann wissen wir schon, wo’s im April hingeht…

Liebe Leser, mit unserer Abreise aus Südamerika ist dieser Blog natürlich nicht vorbei. Ich hoffe, er ist nie “vorbei”, denn weiterhin ganz viel zu reisen ist überlebenswichtig! Auch in Zukunft soll es noch ganz viel zu erzählen geben. Und so eine große Reise wie diese hier muss nachbereitet werden! In 100 Tagen Südamerika haben wir nicht nur viel über andere Länder, Sitten und Kulturen gelernt, sondern auch ziemlich viel über uns. Es gibt eine Menge “Fazits”, die hier aufbereitet werden wollen, ich habe 1.000 weitere Ideen für diesen Blog, und ich habe festgestellt, dass mir kaum etwas mehr Spaß macht, als mich hier schriftstellerisch auszutoben. Die Story, die hier angefangen hat, soll also weitergehen, und wir würden uns freuen, wenn ihr dabeibleibt!

 

4 Kommentare

  1. Hallo ihr 2, vielen Dank für euren tollen Blog. Wir haben uns jeden Morgen beim Frühstück darüber gefreut! Sind auf das nächste Ziel gespannt! Nun erstmal eine gute Heimreise und auf ein glückliches Wiedersehen 🙂 Sigrid und Rolf

  2. Hallo Susanne,
    ich kann ganz gut verstehen wie es Dir geht. Auch ich möchte jeden Urlaub, jede Reise festhalten und nicht zu Ende gehen lassen. Es war ganz toll mit Euch durch Südamerika zu reisen, wenn auch nur am Bildschirm und leider nicht in Wirklichkeit. Ich wünsch Euch eine gute Reise und gutes Eingewöhnen zu Hause.
    Liebe Grüße
    Marga

  3. Keine Ursache, auf der nächsten 100 tägigen Reise gibt es dann wieder fast täglich Updates.

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