Kurztrip nach Osnabrück, Bremen und Bremerhaven

2015-11-07 Bremen - Bremer Stadtmusikanten 03Warum in die Ferne schweifen wenn das Gute liegt so nah? Naja. Fast zumindest. So nah ist Norddeutschland von Bayern aus gesehen jetzt auch nicht. Dennoch dachten der Lars und ich, dass Urlaub im eigenen Land auch mal eine ganz schöne Sache wäre. Also haben wir uns für einen kleinen Vier-Tages-Trip nach Osnabrück, Bremen und Bremerhaven entschieden. Und das, obwohl die Deutsche Bahn uns Steine ohne Ende in den Weg gelegt hat. Allen Widrigkeiten zum Trotz haben wir eines der besten Wochenenden des Jahres erlebt. Aber wie immer: Alles schön der Reihe nach.

Nix Sparpreis bei der Deutschen Bahn!

Die Idee für unseren Kurztrip ist entstanden, als wir erfahren haben, dass Joey Kelly in Osnabrück einen Vortrag hält und wir die Gelegenheit haben würden, ihm mal die Hand zu schütteln. Joey Kelly sieht man nicht alle Tage, und nach Osnabrück kommt man als normaler Mensch auch nicht so schnell. Warum also nicht beide Sachen miteinander verbinden? Die Zugtickets waren schnell gebucht, und zwar die zum Sparpreis, für 24 Euro pro Person.

Mit dem Sparpreis war es schnell vorbei, als ich am Vorabend unserer Reise nochmal einen Blick auf die Tickets warf. Zu diesem Zeitpunkt war der Lars aus 2015-11-07 Bremen - Lars und icharbeitsbedingten Gründen schon in Köln. Wir hatten geplant, dass ich das Ticket alleine nutze und wir uns an einem strategisch günstigen Ort treffen. Nur leider war das Ticket für zwei Personen auf seinen Namen gebucht – weshalb es, wie mir auch die extrem berlinernde Dame der DB-Hotline erklärte, für mich alleine wertlos war. Auch das Angebot, mir eine Kopie von Lars’ Personalausweis zu beschaffen oder ihn bei einer Kontrolle anzurufen, so dass er bestätigen konnte, dass ich das Ticket mit seiner Erlaubnis benutzte, wurde nicht akzeptiert. Deutliche Aussage der Bahn: Die Person, die das Ticket bucht, muss anwesend sein, sonst hat der andere halt Pech gehabt.

48 Euro waren somit verbrannt. Für die Zukunft kann man sich nur merken: Jeder Mitfahrer bucht sein Ticket schön brav selber…! Zähneknirschend habe ich ein neues Ticket gebucht, für satte 115 Euro. So wird man sein Urlaubsbudget auch los. Aber immerhin hat die Bahn ihrem Ruf alle Ehre gemacht und hatte über eine Stunde Verspätung, so dass ich bei meiner Ankunft in Osnabrück 27 Euro Entschädigung bekam. Bar auf die Hand.

Osnabrück

“Verkannte Perle in Niedersachsen”, so könnte man dieses schöne Städtchen wohl auch bezeichnen. Die Altstadt ist genial, mit engen Gassen, schönen alten Häusern und sehr freundlichen Menschen. Vor allem der Kleinstadtcharakter hat mir gut gefallen – man hat den Eindruck jeder kennt jeden. Außerdem sind da alle möglichen Orte in der Nähe, von denen man irgendwann mal gehört hat, aber nie wusste, wo sie liegen: Bad Oeynhausen, Porta Westfalica, Minden. Sehr cool. Und auch die Landschaft ist da so, wie man sie sich vorstellt. Ziemlich flach. 🙂  (Von Joey Kelly erzählen wir Euch in einem anderen Beitrag).

Bremen

2015-11-06 Bremen - Waffen verboten

Waffen verboten! (Bremen)

“Aus Bremen kann man eigentlich nur wegziehen” war Lars Zusammenfassung am zweiten Tag in der Hansestadt. Dem bleibt nichts hinzuzufügen. Den Absatz, der hier ursprünglich stand, habe ich zensiert. Mit politischer Korrektheit hab ich’s ja nicht immer so. Deswegen: Fahrt hin und macht Euch selbst ein Bild.

Zum Glück fand in Bremen gerade die “Reiselust” statt, eine große Reisemesse im Messezentrum. Dorthin konnten wir der Stadt entfliehen und haben so einige Stunden damit verbracht uns über mögliche zukünftige Reisezielen zu informieren (schwerpunktmäßig Botswana, Grönland und Antarktis).

Am zweiten Tag haben wir nach weiteren Möglichkeiten gesucht, Bremen den Rücken zu kehren, und sind spontan nach Bremerhaven gefahren. Und das war dann richtig genial.

Bremerhaven

Da muss man hin! In ungefähr 45 Minuten erreicht man Bremerhaven von Bremen aus mit dem Zug. Dann ist man quasi an der Nordsee und bekommt eine kleine Ahnung davon, was “Ebbe” ist (hier spricht die Süddeutsche!). Die Hafenpromenade ist der Hammer, die Luft ist salzig und das große Schiffahrtsmuseum lädt zu einem Besuch ein. In einem tollen Café mit Blick aufs Wasser (für mich war’s die Nordsee, für andere ist es noch die Weser) haben wir Kaffee getrunken und im Anschluss sind wir noch ein bisschen durch die Fußgängerzone geschlendert. Die ist an den Läden entlang auf beiden Seiten nahezu überall überdacht – da kriegt man schon beim Hinschauen eine Feeling für die klimatischen Verhältnisse, die dort wohl herrschen. Leider hatten wir nur so wenig Zeit – nach Bremerhaven will ich unbedingt nochmal!

Unser kleiner Kurztrip hat sich nicht angefühlt wie vier Tage, sondern wie vier Wochen, so vollgepackt war er. Es war einfach nur toll. Sowas sollten wir öfter machen – denn auch in Deutschland gibt es noch so viele uns unbekannte Regionen zu erforschen!

Und, der kleine Urlaubstipp am Rande: In meinem geliebten Motel One wurde das Frühstücksbuffet auf bio umgestellt. Kaffee und Tee sind fair trade. Da zahlt man gerne zwei Euro mehr – ich fand’s toll!

2 Kommentare

  1. Meine Güte, jetzt zensierst du deine Texte schon selbst.
    “Aweng” mehr Klartext würde der verehrten Leserschaft sicher zuzumuten sein.

  2. Klartext, vielleicht einem Teil der Leserschaft, der politischen Streitkultur allerdings wohl nicht.

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