Kreuzfahrt auf der Mein Schiff 2 – Das Fazit

Mein Schiff 2Wir und das Pfefferspray sind wieder zuhause. Ich habe gleich mal gegoogelt, wie das mit dem Pfefferspray überhaupt ist: Tatsächlich darf man das legal mit an Bord nehmen, aber nur, wenn man es am Security-Check, in einen durchsichtigen Plastikbeutel verpackt, unaufgefordert vorzeigt. Dann fällt das Pfefferspray nämlich unter “Flüssigkeiten”. Da soll mal jemand durchblicken…

Am letzten Abend an Bord gab es noch eine Abschluss-Show im Theater (das Theater bot übrigens 960 Personen Platz!), zu deren Ende jeder von der Crew, der gerade Zeit hatte, auf die Bühne durfte. Wir haben geschätzt, dass ungefähr 200 Crewmitglieder gekommen waren. Echt beeindruckend! Zumal die Kreuzfahrt-Direktorin an dieser Stelle alle Länder vorgelesen hat, aus denen die Angestellten kamen. Knapp 50 an der Zahl, die meisten von den Philippinen. In jeder Hinsicht eine bemerkenswerte Organisation.

Unsere Kreuzfahrt auf Galápagos und die Umrundung von Kap Horn mit der Stella Australis mal außen vorgelassen war das meine erste “richtige” Kreuzfahrt. Zeit, ein Fazit zu ziehen. Ich arbeite mal mit lesefreundlichen Bullet-Points:

Das war super:

  • Die Organisation an Bord. Man kann nur staunen, die so ein Massenbetrieb so dermaßen gut organisiert sein kann. Es gibt wirklich nichts zu beanstanden.
  • Das Schiff an sich. So viel Platz, so viele verschiedene Locations, eine schöne Kabine, ein toller Balkon.Katze in Montenegro
  • Das Essen, sowohl im Atlantik-à-la-carte-Restaurant als auch im Anckelmannsplatz-Buffet-Restaurant.
  • Die Freundlichkeit der Mitarbeiter.
  • Die Route, und davon ganz besonders mein persönlicher Höhepunkt Kotor in Montenegro (und die Tatsache, dass wir dort für Straßenkatzen in Not spenden konnten).
  • Die Tatsache, dass man gleichzeitig viel gesehen hat und trotzdem super relaxen konnte.
  • Das tolle Fitness-Studio mit traumhaftem Ausblick.
  • Malta – auch wenn das nicht zur eigentlichen Kreuzfahrt dazugehört hat.

Das hat mir nicht so gut gefallen:

  • Da können jetzt weder das Schiff noch TUI Cruises was dafür, aber während der Seetage immer nur aufs blaue Meer zu starren fand ich etwas öde. Vielleicht bin ich auch zu sehr verwöhnt von Galápagos und Kap Horn – da sah man ununterbrochen Inseln, Tiere, Berge oder Schiffe.
  • Das “Südamerika-Gefühl”. Damit meine ich, dass ich mich unangenehm reich fühle, weil Menschen aus armen Ländern unter heftigen Bedingungen für mein Wohlergehen sorgen. Ich versuche mir einzureden, dass es eine gute Sache ist, dass durch die Kreuzfahrten überhaupt Arbeitsplätze entstehen, bin aber nicht sicher, ob dieser Gedankengang so wirklich zielführend ist.
  • Die schon erwähnte Frage nach dem Umweltschutz. Zwar behauptet TUI Cruises, dass sie viele ihrer Umweltziele sogar übererfüllen (v.a. in Sachen Treibstoffemissionen und Wasserverbrauch), aber so richtig gut informiert gefühlt habe ich mich nicht. Am meisten würde mich wie gesagt interessieren, was eigentlich mit dem nicht gegessenen Essen in den ArtistikRestaurants passiert.
  • Die Tatsache, dass diese Art von Reise möglichst viele Menschen unterschiedlicher Interessen unter einen Hut bringen möchte/muss. Man hat also von “gehobenen Bildungsreisenden” bis hin zu “dauerpartymachenden Ballermannfans” alles um sich herum, inklusive verzweifelter Singles, die sich an die Kellner ranschmeißen, und Familien mit nervenden Kindern. Ich bin da vermutlich besonders empfindlich, aber das gefällt mir einfach nicht. Es treibt mich zur Weißglut, wenn unerzogene Kinder ihre Plastikflaschen ins Meer schmeißen und die Eltern tatenlos danebenstehen. Ich verstehe nicht, warum jemand in kurzen Hosen zum Abendessen erscheinen muss, wenn es ausdrücklich heißt, dass lange Hosen erwünscht sind. Und ich kapiere nicht, warum man die Philippinos blöd anreden muss, nur weil man sich einbildet, eine Fernreise machen zu können ohne ein Wort englisch zu sprechen. Sorry, aber solche Leute gehen mir (nicht nur im Urlaub) gewaltigst auf den Keks.

Fazit:

Insgesamt hat mir die Reise deutlich besser gefallen als erwartet. Das Schiff war weitaus bombastischer als ich es mir jemals vorgestellt hätte, und die 2.300 Mann an Bord haben sich auf der großen Fläche erfreulich gut verlaufen. Schiffe sind eine tolle Art der Fortbewegung, und in kurzer Zeit einen kleinen Eindruck verschiedener Orte zu bekommen, ist sehr angenehm. Ich würde auf jeden Fall wieder eine Kreuzfahrt machen – und auf jeden Fall wieder mit “Mein Schiff”. Gestern beim Frühstück haben uns zum x.-ten Mal Mitreisende erzählt, dass die AIDA so nachgelassen hat und dort der Clubschiff- / Kinderfreundlichkeitscharakter noch viel größer ist. Ich bin daher sicher, dass “Mein Schiff” für unsere Zwecke schon die bessere Wahl war. Aaaaber: Die Low-Budget-Urlaube, die wir sonst immer machen, sind auch sehr schön und so ein abendliches Käsebrot im Hotelzimmer kann im Gegensatz zu einem Fünf-Gänge-Menü auch recht lecker sein. 🙂

4 Kommentare

  1. Na da bin ich ja froh, dass ich in Zukunft nicht auf so riesigen Pötten durch die Meere pflügen muss.

  2. Tolle Zusammenfassung der Reise mit dem Aufzählen der Plus-und Minuspunkte! Ich glaub, ich hätt es ganz ähnlich empfunden.
    Ich hab gehört, daß der Lars die Meere ja zukünftig in deutlich kleineren Booten erkunden will.

  3. War nach mehr als 15 Kreuzfahrten mit AIDA zum ersten Mal auf Mein Schiff 2 vom Mittelmeer in die Karibik unterwegs. War insgesamt eine tolle Reise da auch Wetter und Meer die besten Seiten zeigten.
    Zum Glück hatte ich mit meiner Ehefrau eine Balkonkabine gebucht (leider auf der Schattenseite), da nur für 1/3 der Gäste Liegen an Deck zur Verfügung standen (aus Sicherheitsgründen). Trotz täglicher Aufforderung durch Kapitän und der Stimme des Schiffs (Hotelmanagerin) konnte man im Kabinen-TV früh morgens immer wieder die nicht gewünschte Liegenreservierung durch Gäste beobachten. Bzgl. so wenig Platzangebot ist das Konzept von TUI verbesserungswürdig. Hatten wir dann gegen Nachmittag mal freie Liegen im Heckbereich gefunden so konnten wir uns bald der Russpartikel auf Handtuch und Kleider erfreuen (wurden immerhin unentgeltlich gereinigt). Langes Warten von über 1/2 Stunde am Treffunkt (nach frühem Aufstehen) ohne weitere Information gab es bei unserem über TUI gebuchten Ausflug und noch schlimmer beim Hafen-Checkin (sehr praktisch) zur Abreise durch unorganisiertes Anstehen mit länger Wartezeit bei über 30 Grad in der Sonne. Frisch vorbereitet für die Abreise waren wir in kurzer Zeit nass durchgeschwitzt. Das Angebot an Speisen war am Buffet nicht überdurchschnittlich und in den Bedienrestaurants optisch gefällig, geschmacklich gut, bei bis ozu 5 Gängen nicht zu üppig. Einige Gänge gab es allerdings auch hier nur gegen Aufpreis (!); z.B. eine Pizza auch nur in den Spezialitätenrestaurants der Großen Freiheit. Sehr erfreut waren wir über das Angebot ‘Ganz schön Gesund’, wo Veganer und Vegetarier auf ihre Kosten kommen konnten, aber auch hier mit einigen Speisen gegen Aufpries. Besonders auffällig war der hohe Alkoholkonsum an Bord, der ja durch die Philosophie von Mein Schiff begünstigt wird. Die Ausstattung des Schiffs ist hervorragend mit vielen Möglichkeiten des Verweilens und einem tollen Angebot an gehobener Unterhaltung sowie Einkaufsmöglichkeiten; insb. die LUMAS Kunstgalerie.
    Fazit eines begeisterten Kreuzfahrt-Fans: um es mit den Worten meiner Frau zu sagen: “es ist nicht alles Gold was glänzt”. Werden gemäß unserem Alter die nächste Cruise wie bisher nach dem Gesichtspunkt “die Route ist das Ziel” und nicht “das Schiff” auswählen.

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