Mein Schiff 2: Exkurs – Essen an Bord

Ja, es ist mir sehr schwergefallen, nicht darüber nachzudenken, was auf so einem Schiff an Essen alles weggeschmissen wird. Trotzdem kam ich nicht umhin, die angebotenen Köstlichkeiten bei jeder Mahlzeit aufs Neue zu bewundern. Morgens und mittags sind wir immer ins Anckelmannsplatz-Buffet-Restaurant, und abends kamen wir immer im Antlantik-à-la-carte-Restaurant unter. Da das Essen so hervorragend war, hat es einen eigenen Blogbeitrag verdient.

Auswahl aus vier leckeren Menüs

Der geneigte Leser dieses Blogs mag es schon festgestellt haben: Ich bin kein begnadeter Fotograf. Deshalb spiegeln die hier gezeigten, im Bild festgehaltenen kulinarischen Höhepunkte nur so ungefähr die Wirklichkeit wieder. In Echt sieht das alles noch viel besser aus..!

Im à la carte Restaurant Atlantik gibt es täglich vier verschiedene fünf-Gänge-Menüs, aus denen man sich bunt gemischt so viele Gerichte wie man möchte aussuchen kann. Menü 1 heißt immer “ganz schön gesund”, Menü 2 ist ein veganes Menü, Menü 3 das “Schlemmermenü” und Menü 4 sind “Klassiker”, also anscheinend alles, was “immer geht”. Und egal, was man sich bestellt: Es schmeckt hervorragend. Ebenso wie der dazu servierte Wein – natürlich alles inklusive (auch diesmal haben wir wieder von anderen Mitreisenden Negativberichte über die AIDA gehört, die ja nicht das All-Inclusive-Konzept hat).

Achtung vor den Mitreisenden!

Während man beim Essen nichts verkehrt machen kann, mag die Wahl des Tisches allerdings wohlüberlegt sein. Hier kann man sowohl Pech mit den Kellnern als auch mit den Mitreisenden haben. Fangen wir mit Letzterem an: Es gibt Zweiertische, jedoch kann man sich auch an einen größeren Tisch zu Fremden dazusetzen lassen. Sind keine Zweiertische mehr frei, muss man sich woanders dazusetzen. Wir haben dieses Experimeint ein einziges Mal gewagt – was für ein Flop! Leider sind wir dort an Leute vom Typ “Morgens-um-sechs-die-Liegen-am-Pool-Deck-reservieren-und-dann-das-erste-Weizen-bestellen” geraten. Interessantes haben wir trotzdem erfahren: Es war die erste Kreuzfahrt von Gerhard und Karin (Namen geändert; beide Ende 50), da sie zur Seekrankheit neigt – trotzdem haben sie sich gleich an eine ZWEIWÖCHIGE Kreuzfahrt gewagt, und zwar ohne sich vorher über Maßnahmen gegen Seekrankreit informiert zu haben (Mein Tipp: Die hochwirksamen Anti-Seekrankeitskaugummis “Superpep”. Gibt’s in jeder Apotheke). Ihr war schon auf dem ersten Seetag kotzübel (hä????), so dass sie den Bordarzt aufsuchen (Hinweis: 260 Euro für 30 Minuten) und den Tag in der Kabine verbringen musste. Das war allerdings doof, da ihr Koffer nicht rechtzeitig ankam, und sie eigentlich gezwungen war, die bordeigene Shoppingmeile zum einkaufen zu nutzen. Der Knaller: Der Koffer kam immer dann an, wenn das Schiff gerade wieder ablegte, so dass sie FÜNF volle Tage keinen Koffer hatte… (Merke: Reise bei einer Schiffsreise einen Tag vorher an oder pack genug ins Handgepäck um überleben zu können!).

Herausforderung Kellner

Die zweite Herausforderung beim Essen sind die Kellner. Asiaten sind eher unscheinbar-unterwürfig, während südländischere Gemüter gerne schon mal schwerere Geschütze auffahren und einen gnadenlos anbaggern. Letztes Mal half nur ein vehementer Hinweis auf mein Verheiratetsein um ein paar aufdringliche Tunesier loszuwerden, diesmal war es ein Türke, der in einem unbeobachteten Moment zu mir hergeschlichen kam und mir unverblümt “Hast du Heirat?” zugezischt hat. Das ist wirklich sehr unangenehm. Einer hat all diese negativen Erfahrungen aber wieder wettgemacht: Fatih, ein Tunesier, eine Sternstunde unter den Kellnern. Fatih war mega witzig, auf zack, eifrig, kannte sich mit dem Speisenangebot sehr gut aus, hat fleißig deutsch gelernt und uns erzählt, dass er an Bord schon 30 Kilo abgenommen hat (die Crew hat einen eigenen Fitnessraum). Er hat mit seinem Charme glaube ich jeden Gast um den Finger gewickelt, und natürlich am Ende der Reise auch unseren Tringeldumschlag abgesahnt. Ich hoffe, Tuicruises (oder jemand anderes) erkennt sein Potenzial und befördert ihn gleich mal fünf Hierarchie-Ebenen nach oben. Er hat aus der Masse der knapp 900 Crewmitglieder wirklich meilenweit herausgeragt.

Nach all diesem kulinarischen Verwöhnt-Sein fällt es übrigens schwer, sich daheim essenstechnisch wieder einzuleben. Mir hat tagelang einfach nix geschmeckt, nicht mal mein geliebtes Käsebrot.

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