Mein Schiff 2 | 4. Landgang: Catania – Odyssee im Sightseeingbus

Nach einem weiteren, sehr entspannenden Seetag hieß es: Kurs auf Catania! Catania liegt in Sizilien, hat ungefähr 315.000 Einwohner und ist – mir zumindest – bisher nicht als besonders sehenswerte Stadt untergekommen. Bekannter ist da schon der Ätna, ein aktiver, 3.323 Meter hoher Vulkan, der stolz und weithin sichtbar über der Stadt thront. Das ist schon ein spektakuläres Bild! Fast so spektakulär waren auch der Anblick der 18 (!) aneinandergereihten Busse, die vor dem Ausgang unseres Schiffes gewartet haben, um Passagiere zu ebendiesem Vulkan zu karren.

Anhalten im Sightseeing-Bus: Fehlanzeige!

Wir haben uns erneut gegen solch eine kostenpflichtige Tour entschieden – den Ätna werden wir im Rahmen einer anderen Reise erklimmen. Catania auf eigene Faust war angesagt, was bei 38 Grad Außentemperatur ein eher schleppendes Unterfangen ist. Toll war, dass im Hafengebäude gleich eine Feinkostmeile mit italienischen Spezialitäten aufgebaut war – die Italiener wissen einfach, was bei Touristen gut ankommt. Eine Minute später hatten wir dann – trotz ungeahnt riesiger Sprachbarrieren an der hafeneigenen Tourist-Info – bereits die Tickets für den Hop-On-Hop-Off-Bus in der Hand. In diesem Moment habe ich gekonnt verdrängt, dass ich kurz vorher noch auf Tripadvisor eine Kritik gelesen hatte, in der sich jemand beschwerte, dass das die schrecklichste Hop-On-Hop-Off-Tour seines Lebens war. Jetzt kann ich sagen: Der Typ hatte recht.

Der Busfahrer hatte nämlich das Hop-On-Hop-Off-Prinzip nicht so ganz verstanden. Das heißt ja eigentlich, dass der Bus in regelmäßigen Abständen anhält, man aussteigen und was anschauen kann, um dann einige Zeit später mit dem nächsten daherkommenden Bus die weiteren Etappen der Route abzufahren. Unser Busfahrer jedoch sah es gar nicht ein, irgendwo anzuhalten. Mit einem Affenzahn bretterte er, sämtliche Bushaltestellen ignorierend, die erschreckend schäbigen, heruntergekommenen Straßen von Catania entlang, nur um nach einer halben Stunde anzuhalten und uns quasi zum Aussteigen zu zwingen, weil es irgendwas besonderes zu sehen gäbe, was kein Mensch verstanden hat. Wir sind stoisch auf unseren Plätzen sitzen geblieben. Ohne sich darum zu kümmern, ob alle Mitreisenden wieder an Bord sind, ging’s dann weiter. Und dann gab’s wirklich kein Erbarmen mehr: Die Bitten der Passagiere, doch mal anzuhalten (z.B. in der großen Shoppingmeile) wurden gekonnt ignoriert, angehalten wurde nicht, erst an der Endstation – fast schon wieder am Hafen und meilenweit von der Einkaufsstraße entfernt – dann der Stopp und der Hinweis, dass man für das letzte Stück zum Hafen auf einen anderen Bus warten muss. Man sollte sowas mit Humor nehmen…

Das Ende der Reise…

Immerhin gab es dann doch noch etwas Sehenswertes: Einen großen Fischmarkt, auf dem reger Trubel herrschte. Ansonsten, man möge es mir verzeihen, war Catania ein großes, dreckiges Loch mit vielen schäbigen, verfallenen Häusern. (OK, wir haben wirklich nur einen SEHR kleinen Eindruck bekommen, deshalb ist diese Aussage von mir vielleicht mit Vorsicht zu genießen). Wir haben uns dann vom Fischmarkt zurück zum Schiff geschleppt und waren froh über unsere klimatisierte Kabine. Das war dann auch schon der letzte Tag, Kofferpacken war angesagt, zugegebenermaßen mit großer Wehmut. Diesmal wäre ich gerne noch länger geblieben. Das gute Essen, die Entspannung an Bord, die Sportmöglichkeiten, der Sonnenschein… Hach! Wir kommen wieder!

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