Mein Schiff 2 | 3. Landgang: Bodrum – zum ersten Mal in der Türkei

In einem Gespräch hatte ich letztens Bodrum als “irgendso ein Fischerdorf in der Türkei” bezeichnet, woraufhin ich belehrt wurde, dass das “schon eher eine Großstadt” sei. Und in der Tat: Bodrum hat 150.000 Einwohner. Und ist extrem schnuckelig – es wird auch als “Saint Tropez der Türkei” bezeichnet. Die Mein Schiff fährt Bodrum anscheinend erst seit zwei Jahren an, und auch andere Schiffe kommen laut einer Einheimischen nur sporadisch vorbei. Hier mussten wir uns also nicht mit Tausenden anderen durch die Gassen quetschen!

Vom relativ neu wirkenden Hafen konnten wir bequem zu Fuß in die Innenstadt spazieren – vorbei an wahren Schmuckstück-Häuschen mit Meerblick und traumhaften Gartenbepflanzungen. Die Innenstadt selbst bestand aus einer Aneinanderreihung von sehr einladend wirkenden Restaurants, hochwertigen Läden und Billig-Ramsch-Shops, die hauptäschlich (Fake-)Handtaschen und Schmuck verkauften. Vor so einem Laden stehenzubleiben, das Schaufenster zu betrachten oder gar auf etwas zu deuten war ein großer Fehler – man wurde von den draußen stehenden Einfängern sofort auf aggressivste Weise ins Ladeninnere komplementiert. Diese Einfänger beherrschten dabei genau eine Phrase auf deutsch: “Guggen mal!”. Nervfaktor: Immens. Immerhin haben wir ziemlich schnell kapiert, dass die Läden, die man gefahrlos betreten konnte genau die waren, die draußen keine Einfänger stehen hatten. Und deshalb wurde Bodrum dann gleich noch zum Shopping-Höhepunkt unserer Reise.

Coole Schuhe Made in Turkey

Wir haben nämlich einen veganen Öko-Schuhladen entdeckt, der von einer Deutsch-Türkin geführt wurde. Veganer Öko-Schuhladen klingt jetzt erstmal spießig, aber die Schuhe waren einfach nur genial. Dogo hieß die Marke. Guggen mal: www.dogo-shoes.com. Wir haben einen Großeinkauf gemacht, und das nur für einen Bruchteil der Preise, die auf der Website angezeigt werden.

Anschließend sind wir noch zur Burg und zur Moschee gelaufen. Leider habe ich erst hinterher erfahren, dass man die Moschee hätte betreten können – wir haben uns nicht hineingetraut (zumal jemand im Inneren lautstark gebetet hat). Das wäre interessant gewesen. Insgesamt hätte Bodrum wohl eine Reihe von Sehenswürdigkeiten zu bieten gehabt – dort stand auch eines der sieben Weltwunder der Antike, das Mausoleum eines persischen Königs. Wenn man weiß, dass Bodrum früher Halikarnassos hieß, klingelt’s vielleicht eher. Es war aber mit 38 Grad SO heiß, dass wir uns relativ schnell wieder aufs Schiff verzogen und lieber von dort die schöne Aussicht auf die Bucht von Bodrum genossen haben. Auf dem Weg zurück sind uns übrigens Frauen mit Kopftuch, aber im kurzen Sommerkleid begegnet. Das nenn ich mal flexibel. Insgesamt war Bodrum für mich auf dieser Reise der schönste Landgang!

Abends fand dann noch die wöchentliche Pool-Party auf dem Pool-Deck statt, die angesichts des gehobeneren Publikums an Bord auch um Welten angenehmer war als beim letzten Mal. Nach der Pool-Party gibt’s übrigens stets noch eine After-Pool-Party – da lagen wir aber schon wohlig schlummernd in unserem Bett.

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