Kanada/Nova Scotia (8): Tim Hortons entdeckt – Urlaub gerettet!

Ich war in meinem ganzen Leben vielleicht fünf Mal bei McDonald’s, einmal (und garantiert nie wieder!) bei Kentucky Fried Chicken und noch nie bei Burger King. Man könnte sagen, Fast Food ist nicht so mein Ding. Aber als wir vollkommen durchgefroren von unserer Walbeobachtungstour zurückkamen und schon alleine der Gedanken an das eisschrankartige Holdsworth House uns mit Entsetzen erfüllte, da kam die Rettung… ausgerechnet in Form eines Fast-Food-Ladens!

Tim Hortons: 4.590 Filialen

Tim Hortons war ein kanadischer Eishockeyspieler, der 1964 sein erstes Schnellrestaurant eröffnete. Heute verfügt die Kette über rund 4.600 Filialen. Tim Hortons ist in Nova Scotia wirklich an jeder Ecke. Ein Texaner, der mit uns das Schicksal der Bed&Breakfast-Unterkunft teilte, meinte ganz perplex: “Es ist fast so, als gäbe es drei Tim Hortons pro Häuserblock!” So war es auch. Der Vorteil: Bei Tim Hortons gibt es hervorragende Nudelsuppe, Plain Bagels, akzeptable Sandwiches und: Guten Cappuccino! Kaffee in Nova Scotia ist ansonsten eine wässrige Brühe, um deren Geschmack zu ertragen man schon gute Nerven braucht. Oder es wird ausschließlich Kaffee mit Geschmack angeboten, zum Beispiel mit Vanille. “Normalen” Kaffee gibt es dann nicht! Der Ort mit dem besten Kaffee war definitiv Tim Hortons. Darüber hinaus gab es dort immer eine saubere Toilette, superfreundliches Personal, eine Heizung und Free Wifi.

Tim Hortons: Unser neues Zuhause

Gefallen hat mir außerdem, dass jeder Tim Hortons eine Art Treffpunkt für die Einheimischen war. Nachmittags haben sich dort ältere Damen zum Kaffee getroffen; abends saßen dort vor allem Gruppen von älteren Herren, die sich bei uns vermutlich eher in einer Kneipe ein Bier nach dem anderen bestellen würden (Alkohol gibt es bei Tim Hortons nicht). Ich mache es kurz: Tim Hortons wurde den restlichen Urlaub über zu unserem Zuhause. Wann immer wir Ruhe brauchten (also quasi ununterbrochen), sind wir zu Tim Hortons – etwa drei Mal am Tag.

Ein lustiges Erlebnis hatten wir, als der Lars die Gebäckauslage von Tim Hortons fotografierte. Ein Einheimischer sprach ihn an und fragte, warum das so interessant ist, dass man das gleich fotografieren muss. Da sagte der Lars: “Naja, wir haben kein Tim Hortons in Deutschland.” Der Einheimische war wie vom Donner gerührt. Der hat uns nur noch mit heruntergeklappter Kinnlade angestarrt und konnte es einfach nicht glauben. Man hat ihm förmlich angesehen, wie er sich dachte: “Kein Tim Hortons in Deutschland? Da will ich nicht hin! Wie überleben die denn da?”. Tja, das frage ich mich mittlerweile auch. So ein bisschen vermisse ich ihn schon, den guten alten Tim Hortons.

 

2 Kommentare

  1. Wenn wir einmal alt sind gehen wir aber schon zusammen ins Kaffee?! 😉

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