Kanada/Nova Scotia (9): Auswandern zum Seven Mile Lake?

Übrigens gab es in Nova Scotia an jeder Ecke einen Zahnarzt oder eine Zahnklinik. Meine Befürchtungen, dass ich während dieses Urlaubs quasi von jeglicher medizinischer Versorgung abgeschnitten sein würde waren also komplett unbegründet. Ich habe mich sogar spaßeshalber über die Preise von Wurzelbehandlungen informiert. Es gibt den “Nova Scotia Fee Guide” der Dental Association, in dem alle Zuzahlungen für Zahnbehandlungen übersichtlich aufgeführt sind. Ich wäre dort tatsächlich deutlich billiger weggekommen. Zumuten wollte ich mir das dann aber irgendwie doch nicht. 

Laut Aussagen von Einheimischen hat Kanada übrigens ein ganz gutes Gesundheitssystem, nicht zu vergleichen mit dem Krankenkassen-Chaos in den USA. Aber eigentlich wollte ich jetzt nicht über Krankheiten, sondern über den Seven Mile Lake schreiben, der fast unsere neue Heimat geworden wäre. 🙂

Ein Grundstück an der Waterfront

Boardwalks!

Vor vielen Monaten habe ich auf Facebook eine Werbeanzeige gesehen, in der Grundstücke in Kanada zum Verkauf angeboten wurden. Seegrundstücke am Seven Mile Lake in Nova Scotia. Ich weiß nicht, wie diese Anzeige auf meiner Facebook-Pinnwand gelandet ist, aber ich war neugierig geworden. Also habe ich mir aus Gaudi das Exposé schicken lassen. Für 50.000 Euro war ein solches Seegrundstück zu haben. Unerschlossen. Damals wussten wir allerdings noch nicht, dass in Nova Scotia etwa jedes dritte Haus und wahnsinnig viele Grundstücke zum Verkauf angeboten werden. Reihenweise stehen “For Sale” Schilder an den Grundstücksgrenzen; die Schaufenster der Immobilienmakler sind geradezu vollgepflastert mit Angeboten. Wer dort eine Immobilie erwerben will, muss also einfach nur herumfahren und nicht auf dubiose Facebookangebote zu Wucherpreisen warten.

Selbstverständlich hatten wir nicht wirklich vor, ein solches Grundstück zu erwerben. Aber die Vorstellung, plötzlich am Seven Mile Lake zu wohnen und dort auf der Veranda unseres Holzhäuschens zu sitzen, war trotzdem ziemlich cool. Da der Seven Mile Lake gar nicht so weit entfernt von Lunenburg liegt, war klar, dass wir unserem imaginären Grundstück persönlich einen Besuch abstatten würden. Einmal auf “unserem” Grundstück stehen, sich wie ein Auswanderer fühlen, sich vorzustellen, was man da hinbauen würde… Tja. Ich mach’s kurz: Der wirklich große See lag so dermaßen umgeben von Wald, dass wir nicht mal im Entferntesten einen Blick darauf erhaschen konnten. Außer ein, zwei Privatstraßen gab es überhaupt keine Zugänge. Es war uns schleierhaft, wie eine Grundstücksbesichtigung vonstatten gehen würde (zu der ich immerhin in regelmäßigen Abständen per E-Mail eingeladen werde) – würde der Makler vielleicht mit einer Machete anrücken?

Annapolis Royal

Etwas zugänglicher war da unser nächstes Ziel: Annapolis Royal. Ein Städtchen mit einer “German Bakery”, deren Ruf ihr weit vorauseilte. Außerdem haben wir dem “Farmer’s Market” dort einen Besuch abgestattet – so eine Art Hobbykünstlermarkt, auf dem die Einheimischen alle möglichen Produkte wie Stricksachen, Schmuck, Bilder, natürlich Windspiele, aber auch Backwaren und Obst anbieten. Außerdem haben wir auf dem Weg noch ein altes, wiederaufgebautes Fort angeschaut, dessen Namen ich leider schon vergessen habe. Das Beste an diesem Fort waren sowieso die Eichhörnchen. Die sind viel zierlicher als bei uns und einfach megamäßig goldig – zumindest wenn man bislang keines der noch goldigeren Streifenhörnchen zu Gesicht bekommen hat

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