Fernweh Festival Erlangen 2016:
Jürgen Schüttes Abenteuer in Schweden

2016-11-20-fernweh-festival-juergen-schuetteIm September 2015 hat mir Jürgen Schütte eine Mail geschrieben und mich gefragt, ob ich nicht mal Lust hätte, bei einem seiner Vorträge vorbeizuschauen. Lust auf Reisevorträge habe ich natürlich immer, aber leider war damals kein Vortrag geplant, der hier in der Nähe stattfand. Schnell kamen wir aber darauf, dass Jürgen mit seinem Vortrag “Schweden – Land der Kontraste” beim diesjährigen Fernweh Festival dabei sein würde. Und da Vorfreude ja bekanntlich die schönste Freude ist, konnte ich die so richtig auskosten: 14 Monate lang habe ich darauf gewartet, den Abenteurer live zu sehen. Und die Vorfreude hat sich super gelohnt!

Schweden – Land der Kontraste
Mein Prädikat: Ein ungewöhnliche Reise, hervorragend erzählt

Fangen wir mal hinten an: Ich bin noch nie so erschüttert aus einem Vortrag herausgegangen. Denn in den letzten Minuten berichtet Jürgen Schütte davon, wie er am Ende seiner Schwedenreise fast ums Leben gekommen wäre. Denn er hatte beschlossen, von Dänemark aus mit dem Kajak zurück nach Deutschland zu Paddeln. Auf dieser Paddeltour ist er in schlechtes Wetter geraten und mitten in der Nacht gekentert. Sechs Stunden lang ist Jürgen dann bei tobender See, sich auf dem Rumpf des Kajaks festhaltend, über das Meer getrieben. Die letzte der drei Leuchtraketen, die er abschießt, wird schließlich von einem Kreuzfahrtschiff gesehen und er wird gerettet. Man war ich geschockt. Klar, wenn man auf die Idee kommt, von Dänemark aus mit dem Kajak zurück nach Deutschland zu paddeln, muss man vielleicht damit rechnen, dass es gefährlich wird. Aber wenn man Jürgen Schütte vorher 90 Minuten zugehört hat, ihn lebendig und live auf der Bühne gesehen und seinem schönen Vortrag beigewohnt hat, dann wird einem doppelt und dreifach bewusst, was für ein Verlust es gewesen wäre, wenn nicht dieses Kreuzfahrtschiff gekommen wäre…

Schweden, Land der KontrasteWährend Jürgen von seinen Erlebnissen erzählt hat, hatte ich gar nicht das Gefühl, dass wir in einem großen Vortragssaal auf einem Reisefestival sitzen, sondern eher so, als würde ich einem alten Kumpel dabei zuhören, wie er seine Reise Revue passieren lässt. Sehr familiär also, mit viel Witz, einer ordentlichen Portion Abenteuer und interessanten Aspekten von Land und Leuten. Jürgens Reise beginnt in Nordschweden, wo er mit zwei Kumpels und zwei Hunden zu einer anstrengenden und recht abenteuerlichen Schneeschuhwanderung aufbricht. Jeder zieht dabei einen Schlitten (Pulka) mit seinem Gepäck hinter sich her – niedlicherweise auch die beiden Hunde. Im Anschluss an diese Kälte-Tour schwingt sich Jürgen aufs Fahrrad und nimmt Kurs gen Süden. Dabei berichtet er von allerlei witzigen und interessanten Erlebnissen, scheut sich aber nicht, auch touristische Ziele wie Stockholm und die Glasbläserhütten in Südschweden zu erwähnen. Tja, und dann kommt diese Überfahrt nach Deutschland mit dem Kajak. Zum Glück wurde Jürgen gerettet und zum Glück wurde nach und nach auch sein Gepäck, darunter auch die Tonne mit den Fotoaufnahmen, an Land gespült.

Ich hoffe sehr, dass ich irgendwann wieder in den Genuss eines Vortrags von Jürgen Schütte komme, denn da gibt es noch eine ganze Menge mehr Abenteuer, von denen er berichten kann: Er ist bereits mit dem Fahrrad von Essen nach Indien gefahren, hat eine Floßfahrt von der sächsischen Schweiz bis Rügen hinter sich und auch Spitzbergen hat er schon unsicher gemacht. Hoffentlich muss ich dafür nicht wieder 14 Monate warten!

Jürgens Homepage: www.juergen-schuette.de

 

Jürgen Schütte | Das Kurzinterview

juergen-schuette-03Als wir im September 2015 das erste Mal Kontakt hatten, habe ich mit Jürgen ein kleines Kurzinterview geführt, das ich Euch nicht vorenthalten möchte:

Welche war Deine tollste Reise?
Auf allen meinen Reisen habe ich eine Menge toller und beeidruckende Erlebnisse gehabt. Aber mit dem Fahrrad von Essen nach Indien 1990 war für mich eine sehr besondere Erfahrung. Da dies meine erste lange Reise war hat sie mein Leben ziemlich geprägt. Aber auch meine Spitzbergenreise 2010 war für mich ein ganz besonderes Erlebnis. Ich schwank also zwischen diesen beiden Reisen und es fällt mir schwer mich da zu entscheiden welche nun “die Eine” ist.

Wo zieht es Dich immer wieder hin?
Überall dahin, wo es große Weiten gibt. Sei es in einer Wüste, in den Polarregionen oder das weite Meer.

Reizen Dich nur die Abenteuerreisen oder machst Du auch manchmal ganz „normal“ Urlaub (mit Hotel und Vollpension…)?
Ich habe ja auch Familie (Frau und einen Sohn) und mache mit Ihnen auch den ganz normalen Familienurlaub. Dies aber eher aus Liebe zu meiner Frau. Die dann aber auch Kompromisse macht und ab und zu mit Zelten fährt.

Welche To Dos stehen noch auf Deiner Reise-Liste?
Im Moment bin ich bei der Planung für den kommenden Sommer. Da werde ich für einige Monate durch Schottland reisen. Eine USA Reise und mindestens noch einmal in die Polarregionen stehen aber auch noch auf dem Plan.

Danke, lieber Jürgen für das Interview, Deinen Vortrag und die Fotos, die ich hier veröffentlichen darf!

3 Kommentare

  1. Hej Susanne,

    ich hab den Vortrag auch gesehen und ich kann Deinen Ausführungen nur zustimmen! Eine verrückte, interessant erzählte Reise mit einem haarstreubenden Ende! Und man hat das Gefühl, daß sich die Reise auch genauso zugetragen hat, wie sie erzählt wurde, also ohne “Fakes” auskommt. Was, wie Du ja in Deinem vorangegangenen Beitrag schon erwähnt hast, leider nicht für die gesamte Vortragsszene gilt. Ein sympatischer Typ, ein echtes Original, wie es nicht mehr Viele gibt!

    • Naja Walter, spannende Geschichten, gute Vorträge und nette Leute bekommen eine faire Kritik. Alle Anderen auch.

      • Hach, das erinnert mich wieder an diesen Norwegen-Vortrag, den wir mal gesehen haben. Leider vor meinen Blog-Zeiten. DAS war ein schlechter Vortrag, sowas haben wir nie wieder erlebt. Da hat ein Rentner von seiner dreiwöchigen Urlaubsreise erzählt. In dem ganzen Vortrag kam nur ein einziges Lied vor, das in der Endlosschleife gespielt wurde. Die Melodie habe ich nie vergessen. Ich glaube, so schlechte Vorträge gibt’s heutzutage gar nicht mehr.

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