Just north of summer – Island Roadtrip, Teil 1

2016-04-19 Island - Willkommen daheimWo fliegt man am besten hin, wenn es in Deutschland Ende April immer noch schneit? Natürlich irgendwo hin, wo die Sonne scheint und kein Wölkchen den blauen Himmel trübt. Nach Island zum Beispiel. Island?! Oh ja…! Zugegebenermaßen mussten wir eine kleine, etwa 15-stündige Wetter-Durststrecke hinter uns bringen, bevor der Himmel plötzlich aufriss. Aber dann wurden wir mit dermaßen tollem Wetter belohnt, dass es unsere kühnsten Erwartungen übertroffen hat.

Ihr habt es erfasst: Ich war mal wieder in Island. Zum fünften Mal mittlerweile. Zwar bin ich grundsätzlich der Meinung, dass das Leben viel zu kurz ist, um immer wieder an die gleichen Orte zu fahren, aber Island macht da die ganz große Ausnahme!

Regen – Sonne – Wind – Schnee2016-04-20 Island - Just north of summer

Fangen wir mit dem Schlechtwetter-Teil an: Als wir spätnachmittags am Flughafen in Keflavik gelandet sind und von dem berühmten “Willkommen zuhause”-Schild begrüßt wurden, tobte draußen vor den Flughafenfenstern gerade ein kleiner Schneesturm. Aber Island wäre nicht Island wenn man mit so einem Ungemacht allzulange zurechtkommen müsste: Wie gewohnt ging der Schneesturm nach fünf Minuten in Regen über, nach weiteren fünf Minuten in Sturm, fünf Minuten später in akzeptables Frühlingswetter, bevor – ihr erratet es – fünf Minuten später die nächsten Schneeflocken vom Himmel fielen. Auf der 45-minütigen, und, wie leider alles in Island, nahezu unbezahlbaren Taxifahrt in die Innenstadt von Reykjavik bekamen wir also die gesamte Wetterpalette mal kurz im Schnelldurchlauf präsentiert. Zwar kommt es einem entgegen, dass ein unangenehmes Wetter immer unglaublich schnell von einem anderen (unangenehmen) Wetter abgelöst wird – man also z.B. nie Angst haben muss, dass man klatschnass wird, weil Regen ja nach fünf Minuten, zumindest für fünf Minuten, wieder aufhört – aber etwas zermürbend ist das Ganze schon…

2016-04-20 Island - InlandsflugAuch am nächsten Morgen tobte draußen ein Wettermix vom Feinsten. Wir schauten dem Regen-Schnee-Wind-Gemenge zunächst aus einem der vielen tollen Cafés in Reykjavik zu und begaben uns dann langsam zum Reykjaviker Inlandsflughafen. Denn der wirkliche Start unserer diesjährigen Reise sollte Egilsstadir sein, eine Stadt ganz im Osten der Insel. Von dort wollten wir mit dem Mietwagen in mehreren Etappen zurück nach Reykjavik fahren.

Von Reykjavik nach Egilsstadir

Inlandsflugerprobt kamen wir 45 Minuten vor Abflug am Flughafen an. Leider immer noch viel zu früh, denn just in diesem Moment informierte uns Air Iceland (nicht zu verwechseln mit Iceland Air!) per e-mail, dass wir getrost noch ein bisschen zuhause ausharren können, da unser Flug eine Stunde Verspätung haben würde. Ich hoffe, beim nächsten Mal sind wir dann endlich so abgebrüht wie die Isländer und wagen es, erst zehn Minuten vor Abflug aufzukreuzen. Das reicht nämlich erfahrungsgemäß völlig. Aber so weit sind wir halt noch nicht.

Mit einer 38-sitzigen Propellermaschine ging es dann sechzig Minuten lang in Richtung Osten, nach Egilsstadir. Egilsstadir ist 2016-04-20 Egilsstadir - Unser Kiamit etwa 2.300 Einwohnern die größte Stadt in Ost-Island und meiner Meinung nach ziemlich hässlich. Das einzig Coole dort ist, dass es einen großen See gibt, den Lagarfjlot, in dem angeblich ein Seeungeheuer wohnt (das ich trotz intensivem Aufs-Wasser-Starren noch nie gesehen habe).

Direkt am Flughafen haben wir erstmal unseren Mietwagen in Empfang genommen, und zwar zum ersten Mal in meiner Island-Historie einen Allrad. Vier Mal habe ich mich mit normalen PKWs durch Schnee, über Schotterpisten und durch Schlaglochlabyrinthe gekämpft und hatte ziemlich die Schnauze voll davon. Island macht ohne Allrad einfach nur halb so viel Spaß, nur leider lässt der Geldbeutel ein solches Vergnügen zumeist nicht zu. Aber diesmal hat’s geklappt und ein schnittiger KIA Sportage (mit Spikes auf den Reifen!) gehörte uns.

Den habe ich dann gleich auf einer 50 km langen Schotterstrecke so richtig schön eingefahren – zum totalen Entsetzen der Rezeptionistin in unserem nächsten Hotel. Es gibt nämlich auch eine relativ neue, geteerte Strecke, und die ist nur 20 km lang… Dass jemand freiwillig einen solchen, unkomfortablen Umweg fährt, konnte die Dame kaum glauben. Was sie aber wirklich interessierte, war: “Was there a stone on the road”? Äääääh, nein! Wäre da allerdings ein Felsbrocken gelegen, dann hätten wir schon ein ziemliches Problem gehabt…

 

2 Kommentare

  1. Ich kenne Island ja nur im “Hochsommer”. Aber die Bilder machen definitiv Lust drauf, das Land mal in dieser Jahreszeit zu bereisen. Weiterer Vorteil: sehr wahrscheinlich noch kein Massentourismus 🙂

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