Fernweh Festival Erlangen 2016:
Von Alaska in den Oman (Zum Glück ohne Michael Wigge)

2016-11-19-fernweh-festival-vespernWie ihr auf dem Bild links sehen könnt, besteht das Fernweh Festival für uns nicht nur aus Reisevorträgen, sondern auch aus dem gemütlichen Trubel drumherum. Diesmal haben wir uns nur drei (statt wie sonst immer vier) Vorträge pro Tag ausgesucht, so dass uns jeweils eine vierstündige Pause gegönnt war. In dieser Pause hatten wir Zeit, durch die Messestände zu schlendern und uns ausgiebig zu stärken. Wir haben nämlich grundsätzlich bei Reisevorträgen ein kleines Vesper dabei, das wir dann genüsslich zu uns nehmen. Beim Fernweh Festival allerdings gönnen wir uns dann und wann auch etwas “Richtiges”, denn die exotische Kulinarik lockt dort schon immer sehr. Diesmal waren beispielsweise andalusische Bockwürste oder nepalesisches Linsen-Dal im Programm. Satt und zufrieden macht der nächste Vortrag dann gleich doppelt Spaß.

Thomas Sbampato mit “Kanada & Alaska” |2016-11-19-fernweh-festival-thomas-sbampato
Mein Prädikat: Ein Sehnsuchtsvortrag mit traumhaften Bildern

Thomas Sbampatos Vortrag über Kanada & Alaska war einer jener Beiträge, nach denen man am liebsten gleich in ein Flugzeug steigen und all das Gezeigte mit seinen eigenen Augen sehen möchte. Traumhafte Aufnahmen von Landschaften, Seen, Polarlichtern und schneebedeckten Bergen und nach Abenteuer klingende Wörter wie “Yukon”, “Dempster” und “Klondike” haben unsere Reisesehnsucht so richtig angeregt. Nachhaltig beeindruckt haben mich die Aufnahmen der Tiere, darunter unter anderem grasfressende (!) Bären. Diese haben dort in Alaska anscheinend zeitweise so ein Überangebot an Nahrung (unter anderem dank des Grases und der vielen Lachse, denn Bären essen nicht nur Fleisch), dass von ihnen relativ wenig Gefahr ausgeht und man sie ganz gut aus der Nähe filmen kann. Fazit: Mit seinem sehr gut aufbereiteten Vortrag, den tollen Bildern und den interessanten Erzählungen steckt der Schweizter Thomas Sbampato definitiv einige seiner Profi-Kollegen in die Tasche. Sehr gut gefallen hat mir außerdem der außergewöhnliche Spendenaufruf am Ende, nämlich für die Wiederansiedlung der Wölfe in Europa. Da steckt man gerne mal einen Schein in die Spendenbüchse!

Homepage von Thomas Sbampato: www.sbampato.ch

“Oman” von Ines und Patrick Valentin |
Mein Prädikat: Sehr schön, aber mit Pause noch schöner

2016-11-19-fernweh-festival-patrick-valentinDer Samstagabend-Vortrag in der Abenteuer Arena war dann etwas überraschend. Ines und Patrick Valentin haben darin nämlich von den Familienurlauben im Oman mit ihren beiden kleinen Söhnen erzählt. Ines und Patrick sind anscheinend keine Vortrags-Profis oder hauptberuflich Reisende, haben aber (im Gegensatz zu so manch anderem “Laien”) einen guten, informativen und locker vorgetragenen Bericht über ein außergewöhnliches Land auf die Beine gestellt.

Dass der Oman nur wenig mit den stereotypischen Vorstellungen arabischer Länder gemein hat, wird beim Zuhören schnell klar: Dort herrscht eine andere, besondere Auslegung des Islam, Männer und Frauen sind gleichberechtigt und der dort herrschende Sultan tut alles dafür, um sein Land voranzubringen. Außerdem gilt der Oman als eines der sichersten Reiseländer der Erde. Da kann man also mal hinfahren. Und mit zwei kleinen Kindern und einem Geländewagen mit Dachzelt ist das auch gar nicht so verkehrt. Denn wer so im Oman unterwegs ist kommt überall schnell ins Gespräch mit den staunenden Einheimischen.

Gestaunt habe ich auch, als Ines und Patrick Valentin auch nach über einer Stunde noch keine Anstalten gemacht haben, die obligatorische Vortragspause einzuläuten. Ich war echt total hibbelig. Für uns war das immerhin insgesamt Vortrag Nummer 5, da kann so ein Päuschen Wunder wirken. Aber nein, 90 Minuten wurde gnadenlos durcherzählt. Vielleicht mussten sie schnell zurück zu ihren Kindern und wollten sich deshalb die Pause sparen. Schön wäre es gewesen, wenn auf diese Tatsache vorab hingewiesen worden wäre. Dann hätte ich mich darauf einstellen können und vielleicht von den letzten 30 Vortragsminuten doch etwas mehr mitbekommen!

Und was war jetzt mit Michael Wigge?

Wesentlich schlimmer als unsere nicht existierende Pause war wohl der Parallelvortrag im Nebensaal: Michael Wigge mit 2016-11-19-fernweh-festivalseinem “Tauschrausch”. Wir haben den Herrn Wigge ja schon mal vor zwei Jahren gesehen, als er “Ohne Geld um die Welt” gereist ist. Das war damals ein recht witziger Vortrag, den man sich durchaus mal anschauen konnte, wenn auch nicht so gerne im Rahmen eines Reisefestivals. Und auch nur wenn man gewillt war, gekonnt zu übersehen, dass in der Erzählung so ziemlich alles gefaked war. Mit “Tauschrausch” hat Herr Wigge seine Fakes wohl so auf die Spitze getrieben, dass es unerträglich war. Das wissen wir aus zuverlässiger Quelle. Es gab wohl sogar Leute, die in der Pause fluchtartig die Halle verlassen haben. Hach. Da war’s im Oman dann doch viel schöner. Selbst ohne Pause.

(Da Ines und Patrick Valentin keine Homepage haben, empfehle ich stattdessen passend zum Thema “Oman” diesen Artikel aus dem Stern.)

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