Fernweh Festival Erlangen, Tag 3: Jordanien mit Wollpullis & Norwegen zum Nachmachen

2015-11-21 Fernweh Festival - Lars mit StraußenknackerDer Fernweh-Festival-Samstag begann zäh. Sehr zäh sogar. Das lag allerdings nicht an dem Straußen-Knacker, den Lars links auf dem Bild verspeist (der hat vorzüglich geschmeckt und war nicht zäh), sondern an einem Vortrag über Jordanien. Dass wir ausgerechnet Jordanien als Vortrag ausgewählt hatten, war an sich schon ungewöhnlich. Arabische Länder – mit Ausnahme des Iran – haben mich noch nie interessiert, und außerdem ist mir Jordanien viel zu heiß. Ich vermute, unsere Auswahl ist darauf zurückzuführen, dass eine Frau den Vortrag halten sollte: Sandra Petrowitz. Sie hätte ich sehr gerne gesehen, da es zum einen vermutlich interessanter ist, wenn eine Frau über Jordanien berichtet, und weil ich zum anderen eines ihrer Bücher besitze: Reisefotografie: 20 Tipps für bessere Bilder.

Jordanien von Norbert Weber – Ein ockergelber Vortrag

Als wir dann allerdings im brechend vollen Vortragssaal saßen, stand da keine Frau auf der Bühne, sondern ein Mann. Genauer gesagt, Norbert Weber. Wie wir in der Anmoderation erfuhren, istJordanien Norbert Weber eigentlich Musiker. Bei Sätzen wie “Der Reisereferent ist eigentlich…” sollten, sofern der Satz nicht mit “Aussteiger”, “Survival-Spezialist” oder “Abenteurer” vervollständigt wird, beim Reisevortragsbesucher die Alarmglocken schrillen. Mit großer Wahrscheinlichkeit wird man im Folgenden nämlich gnadenlos mit der geballten Ladung Urlaubsfotos konfrontiert. Norbert Weber ist also eigentlich Musiker, und uns würde, so der Moderator, nicht nur ein “visuelles”, sondern auch ein “auditives” Erlebnis erwarten. Ich schraubte die Erwartungen an das visuelle Erlebnis erstmal zurück und hoffte auf das auditive.

Was folgte war ein zweistündiger ockergelber Vortrag. Ockergelb deshalb, weil das in Jordanien anscheinend die vorherrschende Farbe ist. Ockergelbe Häuser, ockergelbe Landschaft, ockergelbe Sehenswürdigkeiten, ockergelbe Kamele. Schlimm war, dass der Vortrag wie befürchtet nahezu ausschließlich ockergelbe Urlaubsfotos von Landschaft oder Häusern zeigte, und Informationen über/Fotos von Menschen, Reiselogistik oder dem Reisenden selbst – also Norbert Weber – nahezu komplett ignorierte. (Ein einziges Mal gönnte Herr Weber uns immerhin einen Blick auf sein Fahrrad). Noch schlimmer war, dass der Vortrag nicht als Diashow zum Weiterdrücken konzipiert war, sondern die einzelnen Bilder als (viel zu schnell) selbstablaufender Film zusammengeschnitten worden waren. Herr Weber hinkte mit seinen 2015-11-21 Fernweh Festival - Lars und ichErklärungen also immer um einige Bilder hinterher, was mich schon nach ein paar Minuten ganz wahnsinnig machte. Das “auditive Erlebnis” dagegen war zwar ganz akzeptabel (Herr Weber hat da echt was drauf), konnte über den schlechten Vortrag aber leider auch nicht hinwegtrösten. Ich war sehr erleichtert als nach zwei Stunden die Leinwand nicht mehr ockergelb, sondern schwarz, und der Vortrag damit vorbei war. Einziges Highlight: Die paar Menschen, die auf Herrn Webers Jordanien-Fotos vorkamen, hatten nahezu allesamt dicke Wollpullover an. Warum das so ist, hat er allerdings nicht verraten.

Norwegen von Petra und Gerhard Zwerger-Schoner2015-11-21 Fernweh Festival - Zwerger-Schoner Norwegen

Weiter ging’s mit Norwegen von Petra und Gerhard Zwerger-Schoner. Die beiden gehören zu den eher bekannteren Profi-Referenten und berichten über Reisen zum Nachmachen. In “Norwegen” erzählen sie, untermalt von schönen Bildern, von ihrer Reise vom Süd- zum Nordkap quer durch Norwegen. Ein Reisevortrag zum Anregungen-Holen, ohne großen Abenteuerfaktor, in guter Qualität. (Website: www.zwerger-schoner.at)

Zwischen den Vorträgen beim Fernweh-Festival haben Lars und ich uns übrigens immer ins Getümmel – d.h. in die dazugehörige Outdoor-Messe gestürzt. Da gibt es allerhand Stände, von Kamera-Equipment über Reiseveranstaltern bis hin zu Kleidung- und Rucksackherstellern. Auch nach dem 250. Rundgang macht das immer noch Spaß. Nach oben genanntem Norwegen-Vortrag war der Samstag für uns aber noch lange nicht zu Ende! Da dieser Blogbeitrag aber schon ziemlich lange geworden ist, habe ich ihn in zwei Teile gesplittet. Vom “Fluch des grünen Bändchens”, dem “Flow” und der Wildnis lest Ihr dann morgen.

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