Fernweh Festival Erlangen, Tag 1: Heuschreckensalat und “Burma” von Andreas Pröve

2015-11-19 Heuschrecken beim Fernweh-Festival 01Unvergessen ist das Elchgulasch-Debakel vom letzten Fernweh-Festival in Erlangen. Da war das groß angekündigte kulinarische Highlight bereits alle, bevor der Großteil der Besucher etwas davon ergattern konnte. Als es dieses Jahr hieß, es würde Heuschrecken zum Festival-Auftakt geben, war unser Bestreben deshalb, möglichst früh dazusein. Aber diesmal war die Sorge unbegründet: Der Caterer hatte alles im Griff, und auch wer auf den letzten Drücker kam, konnte sich die Knusper-Insekten schmecken lassen. Der Auftakt unseres Jahreshöhepunktes war aber nicht nur deshalb rundum gelungen. Auch Andreas Pröve mit seinem Vortrag über Burma machte Lust auf mehr: Mehr Reisen, mehr Reisevorträge und mehr Fernweh-Festival.

Ich gebe zu, so ganz sicher war ich nicht, ob ich tatsächlich in der Lage sein würde, in eine Heuschrecke zu beißen, wenn sie erstmal vor mir läge. Aber wer schon mal mit Verstand eine rohe 2015-11-19 Heuschrecken beim Fernweh-Festival 07Garnele angeschaut hat, hat eigentlich kein Argument mehr, warum Heuschrecken eklig sind und Garnelen nicht. Als ich schließlich beim Fernweh-Festival an der Essensausgabe stand und meinen Salat mit Heuschrecken bestellte, war ich trotzdem erstmal erleichtert. Fühler, Flügel und Beine der Krabbeltiere waren schon entfernt worden, und damit gleichzeitig ein großer Prozentsatz des Gruselfaktors. Vor unseren Augen wurden die Heuschrecken in eine Pfanne geschmissen, angebraten und auf dem Salat drapiert. Dann konnte der Genuss beginnen. Interessanterweise war der Biss in die Heuschrecke tatsächlich überhaupt nicht eklig. (Zumindest wenn man seinen Fokus nicht unbedingt auf den Kopf des Tieres richtete). Ich hatte davon gehört, das Heuschrecken nussig schmecken sollen. Das fand ich jetzt allerdings nicht so. Sie waren ziemlich fettig und haben eher irgendwie verbrannt geschmeckt – so wie das Äußere einer verkohlten Bratwurst. Brauch ich jetzt nicht alle Tage. War aber trotzdem eine mega geniale und interessante Erfahrung – Danke, liebes Fernweh-Festival!

Im gerammelt vollen E-Werk ging’s dann weiter mit dem ersten Reisevortrag: Andreas Pröve mit “Burma”. Auf Andreas Pröve hatte ich mich sehr gefreut. Er ist ein ganz besonderer Reisereferent: Er sitzt nämlich im Rollstuhl. Vor 35 Jahren hatte er einen Motorradunfahl, der irreparablen Schaden anrichtete. Andreas ließ es sich aber nicht nehmen, fortan trotz seines Handicaps weiterhin die Welt unsicher zu machen. Er reiste nach Arabien, Asien und Indien, und erlebte dort teilweise unglaubliche Abenteuer. Seine Vorträge sind kurzweilig, witzig und informativ – die Art von Vorträgen, bei denen man traurig ist, wenn sie vorbei sind. Und mit Burma hatte er auch diesmal wieder ein höchstinteressantes Land ausgewählt.

Ich persönlich kann nur meine Bewunderung für Andreas Pröve aussprechen: Er ist auf der Bühne immer wahnsinnig gut drauf, und über seine Erlebnisse erzählt er mit angenehmer Leichtigkeit. Ich frage mich trotzdem, wie beschwerlich seine Reisen wirklich sind – als Rollstuhlfahrer ist das bestimmt alles nicht ganz so einfach wie es in den Erzählungen wirkt!  Fazit des Vortrags: Burma,2015-11-19 Fernweh-Festival Andreas Pröve da muss man hin – und zu weiteren Vorträgen von Andreas Pröve muss man auch! Seine Erlebnisse gibt es übrigens nicht nur als Vortrag, sondern auch in Buchform. Diese Bücher kann ich ebenfalls sehr empfehlen. Dass ein Reisereferent auch gute (!) Bücher schreibt, ist nämlich keine Selbstverständlichkeit.

Der Auftakt des Fernweh-Festivals war also schon mal ein voller Erfolg. Aber das war ja nur der erste Vortrag von insgesamt acht, die wir uns an diesem Wochenende anschauen wollten…

Hier wie immer die Links:
Website von Andreas Pröve: www.proeve.com
Website des Erlanger Fernweh-Festivals: www.fernwehfestival.com

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