Fernweh Festival Erlangen 2017: “Die Anden” von Heiko Beyer und “Jäger des Lichts”

Mit dem Vortragsthema “Südamerika” hat man bei mir ja schon von vornherein einen Stein im Brett. Aber nicht nur deshalb hat mir Heiko Beyers Vortrag “Die Anden” sehr gut gefallen. Außerdem haben uns auch die fünf Naturfotografen Bernd Römmelt, David Hettich, Florian Schulz, Ingo Arndt, Markus Mauthe und Martin Rasper mit “Jäger des Lichts” einen schönen Abend beschert. Um diese beiden Vorträge geht’s im folgenden Blogbeitrag.

Heiko Beyer mit “Die Anden”

7.000 Kilometer von Nord nach Süd ist Heiko Beyer entlang der Anden gereist. Für seinen Vortrag hat er besondere Begegnungen und interessante Aspekte eines jeden Landes herausgepickt und diese mit schönen Bildern, Filmszenen und humorvoller Erzählung aufbereitet. Besonders gut fand ich, dass Heiko dabei nicht nur die bekannten Touristenattraktionen präsentiert, sondern auch eher unbekannte Örtlichkeiten und Naturschönheiten vorstellt. Ein weiterer Pluspunkt ist, dass es Heiko geschafft hat, Szenen, die in hundert anderen Vorträgen ebenfalls präsentiert werden, in völlig neuem Licht darzustellen. Beispielsweise kommt kein Südamerikavortrag ohne einen Besuch der berühmten Minen von Potosí aus. Als Zuschauer ist man deshalb schon ziemlich abgehärtet, wenn sich Referenten als touristische Begleiter der Minenarbeiter durch die engen Stollen quetschen. Heiko hat’s anders gemacht: Er hat die Arbeiter nicht nur begleitet, sondern hat selbst in der Mine mitgearbeitet. Sein Blick, als er in einer Felsspalte stecken bleibt, oder die Filmszene, als er Dynamitstangen in die Felswand klopft, waren ziemlich cool.

Natürlich ist auch das einer dieser “Hochglanzvorträge”, dessen Erstellung sicher eine Stange Geld gekostet hat. Aber ein sehr gut durchdachter, in dem keine Szene langweilig ist und der nicht einfach nur eine austauschbare “Hochglanzreise” ohne Alleinstellungsmerkmal darstellt, sondern eine aufregende Reise durch sieben Länder. Bemerkenswert ist, dass Heiko sich von Vortrag zu Vortrag erkennbar weiterentwickelt. In den letzten Jahren habe ich mir regelmäßig Vorträge von ihm angeschaut, und mit jedem neuen hat er’s besser gemacht. Es ist fast so, als hätte er sich akribisch einen Plan gemacht, welche Elemente ein guter Reisevortrag braucht, um diese Liste dann mit stoischer Gewissenhaftigkeit umzusetzen. Das gefällt mir, man hat gemerkt, dass in diesem Vortrag Herzblut und Hirnschmalz drinsteckt. Gut ist außerdem, dass er zugibt, dass er manchmal mehrmals an die gezeigten Orte gefahren ist, um Fotoaufnahmen nachzuholen, und dass er nicht immer alleine unterwegs war, sondern durchaus Begleiter und Helfer hatte.

Insgesamt also ein mitreißender Vortrag, der uns sogar noch in den letzten Minuten mit einem kleinen Höhepunkt überrascht hat: Mit der Stella Australis hat Heiko – genau wie wir – Kap Horn angesteuert. Im Gegensatz zu uns konnte Heiko auch anlanden, so dass der Vortrag mit schönen Aufnahmen eines entlegenen Fleckchens Erde abgerundet wurde. Wir haben den Vortragssaal mit einem Lächeln im Gesicht verlassen.

Hier geht’s zur Homepage von Heiko Beyer

“Jäger des Lichts” von Römmelt/Hettich/Schulz/Arndt/Mauthe/Rasper

Kein klassischer Reisevortrag, aber auch interessant: Die fünf Naturfotografen Bernd Römmelt, David Hettich, Florian Schulz, Ingo Arndt, Markus Mauthe und Martin Rasper haben sich zusammengetan, um gemeinsam über ihren Beruf zu erzählen und einige ihrer Arbeiten zu präsentieren. Schön fand ich, dass hier fünf völlig verschiedene Charaktere aus ihrem Leben erzählten. Das hat den Vortrag unheimlich kurzweilig gemacht. Außerdem hat mir der Umweltschutzaspekt des Vortrags gefallen, denn als Naturfotograf hat man natürlich das Ziel, die Natur zu erhalten, und dafür setzen sich die fünf ganz vehement ein. (Hier der Link zu AMAP, da kann man Bäume für den brasilianischen Urwald spenden.)

Ganz besonders gut gefallen haben mir die Ozeanaufnahmen von David Hettich, der z.B. über den “Sardine Run” vor der Küste Südafrikas berichtet hat. Der Inbegriff der Begeisterung war außerdem Bernd Römmelt, der sich vor Freude über seinen Job, die Natur und seine grandiosen Aufnahmen schier nicht mehr eingekriegt hat. Wer auf Landschafts- und Tierfotografie steht, ist in diesem Vortrag goldrichtig.

Hier geht’s zur Homepage der Jäger des Lichts

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