Ferien in Nordkorea

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Dass “Da muss ich hin” zu meinen Lieblingssätzen gehört habe ich bereits mehrfach erwähnt. Dass dieser Satz sich auf so gut wie jedes Fleckchen dieser Erde beziehen kann, ebenfalls. Nur nach Nordkorea, dahin zog es mich bislang nicht so wirklich. Vielmehr habe ich alle, die dieses Land irgendwo auf ihrer Wunschliste platziert hatten, für verrückt erklärt. Bis ich mir das Buch “Kim & Struppi – Ferien in Nordkorea” von Christian Eisert zu Gemüte geführt habe. Fazit dieser Lektüre: Da muss ich hin!

Christian Eisert ist eigentlich TV-Autor. Zusammen mit einer befreundeten Journalistin beschließt er, eine einwöchige Reise durch Nordkorea zu unternehmen. Blöd nur, dass Journalisten eigentlich gar nicht ins Land dürfen. Und TV-Autoren sind ja quasi auch Journalisten. Dass Eisert extra für diese Reise sein Facebook-Profil löscht und seine Homepage umgestaltet, hat mich ziemlich beeindruckt. Als Leser hat man trotzdem bis zur letzten Seite Panik, dass er und seine Begleitung, die in der Demokratischen Volksrepublik zusätzlich unter falscher Identität unterwegs sind, entdeckt werden. Und sich neben den allerlei skurrilen Tempeln, die auf ihrer Reiseroute stehen, womöglich auch noch ein Arbeitslager von innen anschauen müssen.

Aber natürlich geht alles gut, und was Eisert von dieser Reise mitbringt sind 315 Seiten brillant geschriebene Unglaublichkeit. Nur ein Beispiel sei genannt: Die “Ausstellung der Internationalen Freundschaft des Geliebten Führers Kim Jong-Il”. In dieser Ausstellung sind, so erklärt es der nordkoreanische Guide, 218.400 Geschenke aus 178 Ländern der Erde ausgestellt. Pro Jahr erhielt Kim Il-sung demnach durchschnittlich 4747 Geschenke, also 13 am Tag. Man lese und staune. Und wenn man aus dem Staunen wieder herausgekommen ist, setzt wieder die Panik ein. Das Bargeld der beiden Reisenden schwindet, denn alles muss in Euro bezahlt werden, und überall sind die Preise horrend. An Bargeldnachschub ist selbstverständlich nicht zu denken. Das Hotelzimmer wird vermutlich abgehört, mehr als einmal liegen die Nerven blank. Irgendwann schlägt die Stimmung um. Was als lustiger Abenteuertrip begann endet in der Gewissheit, dass sie der Willkür der nordkoreanischen Befehlshaber schutzlos ausgeliefert sind. Die beiden Reisenden wollen nur noch weg – und sind heilfroh, als sie wieder chinesischen Boden unter den Füßen haben. Was bleibt, ist ein seltsamer Nachgeschmack. Denn außer dem, was sie mit eigenen Augen gesehen haben – und sogar fotografieren durften – haben Eisert und seine Begleitung kaum etwas über dieses seltsame Land erfahren. Die beiden Tourguides blieben bis zum letzten Moment verschlossen, jeglicher Kontakt zu anderen Einheimischen war untersagt.

Nichtsdestotrotz hat das Buch mein Interesse geweckt, Nordkorea mal selbst zu erleben. Obwohl Christian Eisert Orte, Menschen und Erlebtes wahnsinnig detailreich beschreibt – so richtig vorstellen kann ich mir das alles nicht. Für einen geringen Aufpreis kann man sich diesen Spaß übrigens, genau wie der Autor, sogar jenseits von Reisegruppen und dafür mit privatem Guide gönnen. Schlappe 2.175 Euro kostet das dann pro Person. Wer gleich buchen will, einfach hier klicken.

Aber stop! Nicht gleich voreilig den Flug reservieren! Denn jetzt gibt es ja diesen neuen Skilift in Nordkorea, mit dem das kommunistische Land neuerdings sogar auf europäischen Tourismusmessen wirbt. Ihr habt noch nichts davon gehört? Dieser Artikel informiert Euch! Es lohnt sich also, abzuwarten, bis die Reiseveranstalter diesen Programmpunkt in ihre Reiseplanungen aufgenommen haben. Denn Nordkorea verlassen zu haben, ohne deren selbstgebauten Skilift betreten zu haben, das wäre doch zu schade.

Ach ja, ich gestehe Euch: Ich kann gar nicht skifahren.

 

Die Homepage von Christian Eisert: www.christian-eisert.de
Direkt zum Buch (Amazon-Link): Kim und Struppi: Ferien in Nordkorea


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Ein Kommentar

  1. Insgesamt schon ziemlich schräg. Wie es dort wirklich ist interessiert mich allerdings auch, aber es gibt wohl keine Möglichkeit das Land wirklich kennen zu lernen :-/

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