In Faro. Oder: 90 Minuten reichen (Portugal, Tag 14)

faro-4Faro ist die Hauptstadt der Algarve. 50.000 Einwohner und angeblich ein Ort zu Verweilen. Wir würden sagen: Nach 90 Minuten ist man durch. Wir haben es in diesen 90 Minuten sogar geschafft, 2x einzukehren und einen Kaffee zu trinken. Das Bild links trügt natürlich auch: Auch Faro liegt nicht direkt am Meer, sondern an einer Art Flussdelta.

Aber fangen wir einen Tag zuvor an, als wir noch in Ferragudo weilten. Dort hatten wir uns in einen schönen Apartment-Komplex eingemietet, deren Inhaber die Apartmens zum Last-Minute-Schnäppchenpreis verramschten. Bei einer Flasche portugiesischem Rotwein (aus dem Lidl…) und einer weiteren köstlichen Nudelmahlzeit von unserem Campingkocher verbrachten wir den Abend auf der schönen Außenterrasse. Unglücklicherweise hat es mitten in der Nacht ein Tier (Vogel? Ratte? Maus?) geschafft, über den Schornstein des Gebäudes in den etwa 15cm-Durchmesser-Abluft-Schlauch der Dunstabzugshaube zu klettern, wo es dann gefangen war. Das Tier saß also quasi mitten bei uns in der Küche, nur durch die Wand des offen liegenden Alu-Schlauches von uns getrennt, und hat einen Mordsradau gemacht. Das war echt unangenehm – vor allem natürlich, weil uns das Tier so leid getan hat!

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Knuffige Möwen beim Bad im Hotelpool

Wir hoffen sehr, dass das Tier gerettet wurde – wir mussten dann leider los in Richtung Faro, den Mietwagen abgeben. Vorher haben wir sicherheitshalber dessen Stoßstange nochmal einer Sekundenkleber-Kur unterzogen. Zu unserer vollsten Zufriedeneit: Das Mietwagenpersonal hat nicht gemerkt, dass die Stoßstange komplett hinüber war. Die von uns geschrottete Felge war dafür ein größeres Problem. Die unfreundliche Mietwagen-Dame hat uns umgehend 90 Euro abgeknöpft. Dafür fielen die Mautgebühren für die gesamte von uns gefahrene Strecke von 1.850 Kilometern deutlich geringer aus als gedacht: 50 Euro mussten wir dafür berappen.

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Zimmer Nummer 204 liegt direkt neben diesen Klimaanlagen

Mit dem Taxi ging es dann für uns ins Zentrum von Faro. Dort hatte ich blöderweise schon von Deutschland aus ein Hotel reserviert, da ich gelesen hatte, dass man in Faro grundsätzlich schwer ein Dach über dem Kopf bekommt. Das war leider ein nicht stornierbarer Fehler. Statt dem zentrumsnahen Boutique-Hotel hätten wir lieber gerne nochmal ein Zimmer mit Balkon oder Terrasse gehabt, um den Urlaub selbstversorgermäßig gemütlich ausklingen zu lassen (ok, ohne Auto wäre das wahrscheinlich sowieso kompliziert geworden).

Zu allem Überfluss hatte ich vor einigen Tagen nochmal die Kritiken des Hotels gelesen und auf diese Weise erfahren, dass sich reihenweise Leute über Zimmer Nummer 204 beschweren. Laut den Kritikern ein gefängnisartiges, dunkles Loch in unmittelbarer Nähe zu den gesamten Klimageräten des Hotels, was mit gewisser Geräuschentwicklung verbunden ist. Ich hatte dann quasi schon schlaflose Nächte aus Angst, dass wir Zimmer Nr. 204 bekommen.

Natürlich kam es, wie es kommen musste, und die Dame an der Rezeption beim Check-in teilte uns freudig mit, dass unser Zimmer mit der Nummer 204 schon bezugsfertig ist. Wir haben wie aus der Pistole geschossen gekontert, das wir Zimmer Nummer 204 nicht wollen. Da hat die werte Dame vielleicht geschaut! Es kommt sicher öfter vor, dass jemand das Zimmer tauschen möchte – aber ein Zimmer abzulehnen, ohne es gesehen zu haben, das ist mal was Neues! Und das war definitiv die richtige Entscheidung. Wir haben nun ein schönes (wenn auch winziges) Zimmer mit Blick nach außen, fernab des Klimaanlagen-Komplexes. Da lässt es sich die letzten zwei Tage unseres Urlaubs aushalten. Zumindest, wenn man Faro was abgewinnen kann.

Faro ist eine einzige Einflugschneise. Ein bodennaher Flieger nach dem anderen kommt hier mit ohrenbetäubendem Getöse an. Unerträglich!!!! Zusätzlich fährt ein ziemlich lauter Zug die Flusspromenade entlang. Die Altstadt ist so naja, überall stehen nervige Einfänger herum und wollen einen zu einem Café oder Restaurantbesuch überreden. Und, auch das muss gesagt sein: Leider stinkt es in den (komplett graffitibesprühten) Gassen überall nach Pisse.

Wir haben den kompletten Nachmittag im Hotelzimmer verbracht. Erst danach wurde es besser: Auf der schönen Dachterrasse des Hotel Faro haben wir mit tollem Blick noch einen Kaffee getrunken, haben anschließend für den nächsten Tag eine Bootstour zu diversen Inseln gebucht und sind dann noch schön & lecker essen gegangen. Vielleicht ist es auch gar nicht Faro selbst, das so schrecklich ist, sondern einfach nur die Tatsache, dass das Ende dieser schönen Reise so unmittelbar bevorsteht…

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