Erste Kuriositäten (Peking)

Beim Betreten eines Landes zuallererst mit Fiebermessen konfrontiert zu werden, das ist mir auch noch nicht passiert. Ganz langsam sollte man durch das Temperaturmessgerät laufen, erst dann gab’s denn ersehnten Stempel in den Pass. Der Grenzer war recht nett – kein Vergleich zu New York oder Kuba oder überhaupt zum restlichen chinesischen Volk. Ob dessen unfreundlich anmutendes Desinteresse meiner Sprachbarriere geschuldet ist habe ich noch nicht herausgefunden.

Kurz was zu dem Trupp, mit dem ich unterwegs bin: Da man die Mongolei nur schwer individuell bereisen kann habe ich mich diesmal für das Experiment entschieden, mich einer Reisegruppe anzuschließen. Das hat, wie ich sehe, Vor- und Nachteile, und anscheinend gibt’s bei einer Reisegruppe eine Portion Comedy gratis mit dazu: Wir sind überschaubare 9 Mann, darunter ein Ehepaar aus Stuttgart (“Wir haben zwei Flachmänner dabei und müssen dringend Wodka auftreiben”), ein Ehepaar aus Boulder, Colorado, das einen totalen Vollschlag hat (“Wo bitte kann man hier einen Kimono kaufen?” – Für alle, dies nicht wissen: Kimonos trägt man in Japan. Zu allem Übel hat diese Amerikanerin tatsächlich einen Kimono dabei, weil sie dachte, hier kann sie ihn endlich mal tragen, und jetzt rennt die oberpeinlich dauernd in dem Ding rum), und ein Ehepaar aus Krefeld, das sich, als wir nach über 24h Unterwegs-sein endlich ins Hotel durften, vorsichtshalber erstmal nicht geduscht hat. Die anderen beiden sind wie ich Alleinreisende und denken sich wohl ihren Teil.

Unser erstes echt chinesisches Mittagessen in einem Lokal mit dem Flair einer Lagerhalle haben wir auch schon hinter uns. Da werden auf einem großen Drehteller in der Mitte des Tisches verschiedene Speisen aufgetischt (wir hatten 8 unterschiedliche plus Reis), und man dreht dann einfach diesen Teller bis das Gericht, von dem man was haben will, vor einem steht. Was man als Nicht-Chinese dabei außer Acht lässt ist, dass sich vielleicht gerade jemand von einem anderen Gericht was nimmt und man ihm das Gericht sozusagen unter der Nase wegdreht und dass aus den Gerichten herausragende Schöpflöffel und Gabeln beim Drehen des Tellers dazu neigen, umstehende Gläser umzuschmeißen. Das in Kombination mit der Tatsache, dass wir uns schwer damit taten, das glitschige Essen überhaupt auf unsere Teller zu befördern (mein Essen ist zielsicher in meinem gefüllten Wasserglas gelandet, ein frisches Glas gab es aber nicht), hat ein riesiges Chaos verursacht…

So viel für jetzt. Ich habe wieder liebevoll alles für Euch am Handy getippt. Jetzt wird unsere Chaostruppe seine Entdeckungstour durch Peking fortsetzen. Man darf gespannt sein…

(Übrigens kann ich keine Mails empfangen, Facebook ist gesperrt und Google Maps funktioniert auch nicht!)

Ein Kommentar

  1. Überragend 😀

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