12.700 Kilometer zu Fuß durch die Wildnis
Christine Thürmer und „Laufen. Essen. Schlafen.“

Davon hatte ich noch nie gehört: In Amerika gibt es mehrere Fernwanderwege, jeder um die 4.000 Kilometer lang. Sie können nur in einem schmalen Zeitfenster von etwa fünf Monaten bewandert werden, ansonsten spielt das Klima nicht mehr mit. Auf dem Pacific Crest Trail, der von Mexiko bis zur Kanadischen Grenze führt (4.277 km), versuchen sich jedes Jahr etwa 300 Wanderer; nur Wenigen gelingt es aber, den kompletten Trail zu laufen. Die deutsche Geschäftsfrau Christine Thürmer hat diese Herausforderung gemeistert. Und weil es so schön war, ist sie im Anschluss gleich noch den Continental Divide Trail (4.900 km) und den Appalachian Trail (3.508 km) gelaufen. Das klingt nach einer spannenden Lektüre.

Weiterlesen

Endlich mal ein anderes Reisebuch: „Stoppt die Welt, ich will aussteigen“ von Martin Krengel

Wer, so wie ich, ein Reisebuch nach dem anderen verschlingt, stellt irgendwann gewisse Ermüdungserscheinungen fest. Wenn man zum dreißigsten Mal liest, wie jemand beim Radfahren in Afrika mit Steinen beworfen wird, wenn man zum hundertsten Mal erzählt bekommt, wie nervig Grenzformalitäten in Südamerika sein können, und wenn man zum siebzigsten Mal erfährt, dass in Asien halb ausgebrütete Eier gegessen werden, wird es tatsächlich selbst dem größten Abenteuer-Geschichten-Liebhaber irgendwann langweilig. Deshalb habe ich mich sehr gefreut, als ich Martin Krengels Reisebuch „Stoppt die Welt, ich will aussteigen“ als Rezensionsexemplar zugeschickt bekam. Prädikat: Erfrischend anders!

Weiterlesen

Mein neues E-Book: 100 Tage in Südamerika

Buchcover-SüdamerikaHundert Tage Südamerika… Das ist jetzt auch schon wieder zwei Jahre her! Heute vor zwei Jahren waren wir gerade in Puno (Peru) und haben auf knapp 4.000 Meter Höhe mit der Grippe unseres Lebens gekämpft. Auch wenn das anstrengend war: Ich möchte keine Sekunde von dieser Reise missen!

In den letzten Wochen habe ich alle Beiträge, die ich hier auf diesem Blog über unseren Südamerika-Aufenthalt geschrieben habe, überarbeitet, und in e-book-Form gebracht. Es war ganz schön spannend, all unsere seltsamen und aufregenden Erlebnisse nochmal vor Augen geführt zu bekommen: Die Einreise nach Argentinien über den Drive-Through-Einreiseschalter, der illegale Geld-Tausch in Buenos Aires, oder die Tour mit dem Kamikaze-Taxifahrer in Bolivien. Und dann natürlich der tolle Regenwald in Brasilien, die vielen Tiere, die Atacamawüste… Ich gebe zu, dass ich schon sehr gerne einfach wieder ins Flugzeug steigen und diese Reise wiederholen würde.

Weiterlesen

Mit dem Rad um die Welt (2): Pedal the World von Felix Starck

Äh ja. Wie so viele andere ist auch Felix Starck um die Welt geradelt. 365 Tage lang, von Herxheim bei Karlsruhe über Griechenland und die Türkei, über Thailand, Laos und Neuseeland bis in die USA. 17.918 Kilometer. Klar, ein paar Strecken mit dem Flugzeug waren auch dabei. Über seine Reise hat der 26-jährige ein Buch und einen Film veröffentlicht: Pedal the World. Ich habe erst das Buch gelesen, dann den Film angeschaut. Auf Amazon haben Buch + Film (bis jetzt) nicht die besten Kritiken bekommen. Das liegt wahrscheinlich daran, dass Pedal the World kein Reisebericht im eigentlichen Sinn ist, sondern mehr die Beschreibung eines Selbstversuchs. Eines kann ich vorab sagen: Einen ehrlicheren Reisebericht habe ich noch nie gelesen.

Weiterlesen

Mit dem Rad um die Welt (1): Rückenwind, nur mäßig

Thematisch passend zu meinem letzten Post fange ich gleich mal mit einem der Reiseberichte in der Kategorie „moralisches Dilemma“ an. Die Rede ist von dem Buch „Rückenwind“ von Anita Burgholzer und Andreas Hübl. Die beiden Osterreicher sind mit Anfang 30 in etwas mehr als zwei Jahren mit dem Fahrrad einmal um die Welt gefahren. 35 Länder, drei Kontinente und 36.500 Kilometer. Über ihre Reise haben sie letztes Jahr am Fernweh Festival einen Vortrag gehalten, der mir ziemlich gut gefallen hat. (Einen kleinen Bericht findet Ihr hier.) Natürlich habe ich auch gleich das Buch zum Vortrag gekauft – und war dann eher enttäuscht.

Weiterlesen

Verreißen oder verreisen? – Das Dilemma eines Rezensenten

Klar, logisch. Ich verreise natürlich auch lieber als dass ich (jemanden) verreiße. Trotzdem stehe ich gerade vor einem moralischen Dilemma. Ein wesentlicher Bestandteil auf diesem Blog ist ja die Vorstellung von Reisebüchern, die mir gut gefallen haben oder in besonderer Weise erwähnenswert sind. Tatsächlich lese ich jedoch viel mehr Reiseberichte als die, die ich hier auf diesem Blog vorstelle. Und jedes Mal, wenn ich ein Buch NICHT erwähne, frage ich mich, ob das so in Ordnung ist. Weiterlesen