Prädikat sehr gut: Andrea Diener mit “Ab vom Schuss”

Eher unscheinbar irgendwo am Rand lag dieses Buch in einer Buchhandlung. Nicht nur sein Titel, “Ab vom Schuss – Reisen in die internationale Provinz” klang für mich verlockend, sondern auch das Titelfoto fand ich auf Anhieb zum Schreien. Ein Wischmop, gelehnt an eine hässliche Betonrampe, dahiner Strommasten und ein scheußlicher Plattenbau. Vermutlich irgendwo in Nordkorea oder so. Das Buch habe ich sofort gekauft, sofort gelesen und bin begeistert. Bisher ist es das einzige Buch von Andrea Diener – da muss dringend Nachschub her.

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Rein ins Leben – Marco Buch mit “Life is a Trip”

Manche Menschen sind einfach wahnsinnig. Marco Buch gehört offensichtlich dazu. Durch sein Buch “Making Moves” bin ich auf den Blogger & Weltreisenden aufmerksam geworden. Nun, nach etwa einer Woche Abstand zu seiner Lektüre, schwanke ich immer noch zwischen Entsetzen, Faszination, Neid und Wahnsinn. Es kennt ja vermutlich jeder den Film “Hangover”. Und Marco Buchs Erzählung ist wie eine einzige Aneinanderreihung von Hangover-Episoden. Von zwei Roadtrips berichtet er unter anderem, einmal in Richtung Ukraine mit alten Schrottautos, und einmal durch Südostasien in alten Tuk Tuks. Er erzählt von Schlafmangel, Alkohol, Pannen ohne Ende, Parties, schlechten Unterkünften – ich hätte nach einer Stunde schon die Heimreise angetreten.

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“Was Hape kann, kann ich schon lang” und andere Bücher über den Jakobsweg

Wanderbücher sind meistens nett und kurzweilig zu lesen. Man begleitet den Protagonisten dabei, wie er durch schöne Landschaft stapft und mit recht bodenständigen Problemen wie schmerzenden Füßen oder schnarchenden Zimmernachbarn zu kämpfen hat. Ich durchforste deshalb oft die Amazon-Top-100-Reisebücher nach solchen Wandergeschichten, bevorzugt von unbekannten Autoren, die einfach ihre ganz persönlichen Erlebnisse aufgeschrieben haben. Dabei stoße ich immer wieder auf Bücher über den Jakobsweg, die höchst amüsant und authentisch diese Mörderwanderung beschreiben. Wobei wandern und pilgern ja keinesfalls das Gleiche ist, wie ich inzwischen gelernt habe. Wandern ist etwas für den Körper, pilgern ist für den Geist. Wo jetzt genau der Unterschied liegt erfährt man wahrscheinlich erst, wenn man selbst frohen Mutes den Pilgerstab schwingt.

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Neun Monate auf Weltreise: Friederike Achilles und Philipp Rusch mit “Die beste Entscheidung unseres Lebens”

Das Buch “Die beste Entscheidung unseres Lebens” ist mir so dermaßen oft über den Weg gelaufen, dass ich am Ende das Gefühl hatte, ich verpasse etwas, wenn ich es nicht gelesen habe. Egal ob im Buchladen, auf Amazon oder auf der von mir mit gemischten Gefühlen betrachteten Spiegel Bestsellerliste – dieses Buch war immer irgendwo präsent. Irgendwann habe ich zugeschlagen, denn die Story klingt wirklich gut: Friederike Achilles und Philipp Rusch, beide Anfang 30, lassen ihre Jobs hinter sich, um neun Monate lang auf Weltreise zu gehen. Sie beginnen in Kuba, reisen durch Mittel- und Südamerika und arbeiten sich nach einem kurzen Abstecher in die USA und Hawaii nach Asien – Indonesien, Thailand, Indien – vor. Coole Leute auf einer coolen Route also.

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Die fliegende Jurte: Zeltleben in Deutschland

Als ich in einer mongolischen Jurte übernachtet habe, da war das in der Mongolei, und es war – zumindest angeblich – Sommer. Es gibt aber auch Leute, die machen das in Deutschland und ganzjährig. Was sich jetzt so anhört, als wäre die Rede von irgendwelchen verschrobenen, alten Menschen, die sich auf einer Waldlichtung ihrer Weldfremdheit erfreuen, ist in Wahrheit eine echt schöne Geschichte.

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Alleine in der Kälte: “Eine Büroklammer in Alaska” von Guy Grieve

Guy Grieve scheint ein ganz normaler Typ zu sein: Anfang 30, zwei kleine Kinder, ein Einfamilienhaus, Vertriebsangestellter bei einem Verlag in Schottland. Doch er ist unzufrieden. Sein Leben langweilt ihn. Er möchte mal rauskommen und etwas ganz anderes erleben. Während andere Menschen in so einer Situation von einem Sabbatical, einer kleinen Weltreise oder dem Jakobsweg träumen würden, hegt Guy Grieve einen ganz anderen Plan: Er möchte einen Winter in Alaska verbringen. Alleine, in einer Blockhütte, die er selbst irgendwo in der Wildnis baut, fernab der Zivilisation. Da kommt es ganz gelegen, dass er plötzlich seinen Job verliert – denn nun steht dem Abenteuer Wildnis ja quasi gar nichts mehr im Wege…

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