Am Gipfel des Terevaka (Osterinsel)

Lustig: Unser Guide hat in den letzten Tagen mehrmals von einem Rockevent erzählt, der im 18. Jahrhundert auf der Osterinsel stattgefunden haben soll. Nachdem mir das jetzt doch ein bisschen seltsam vorkam habe ich mal gegoogelt. Unser Guide hat wohl von Admiral Jacob Roggeveen gesprochen, einem holländischen Seefahrer, der 1722 die Osterinsel entdeckt hat. Am Ostersonntag natürlich, daher der Name. Also nix mit Rockevent.

Heute haben wir uns  zu einer tollen Wanderung aufgemacht, und zwar auf den Maunga Terevaka. Das ist einer von drei Vulkanen hier auf der Insel, und zwar auch noch der höchste, mit ultimativen 508 Metern. 400.000 Jahre soll er alt sein und sich schließlich mit den beiden anderen Vulkanen zur Osterinsel verbunden haben. Mittlerweile ist er längst erloschen, und die Verheißung, dass man von dort oben sehen könnte, dass die Erde rund ist, hat uns auf seinen windigen Gipfel gelockt.

Von einem Taxifahrer haben wir uns bis zum Beginn des Aufstiegsweges bringen lassen. Dort angekommen ist der Taxifahrer ausgestiegen und erstmal in der Pampa herumgerannt, um wenig später mit einem zwei Meter langen Stock wiederzukommen. Mit diesem hat er dann eine völlig undurchsichtige Landkarte auf den Weg gekratzt, um uns zu erklären, wie wir zum Gipfel kommen. Eine Print-Wanderkarte oder irgendwelche Tafeln oder Schilder gab es nicht. Nach dieser Wegbeschreibung wurde dem Lars dann der Stock in die Hand gedrückt – gegen wilde Hunde, Pferde und andere Tiere. Etwas verunsichert waren wir dann schon, aber alle Tiere unterwegs waren sehr zahm. Und auch der Weg war eigentlich nicht zu verfehlen, weil der Terevaka ja wie gesagt der höchste Berg ist, und wenn man unterwegs festgestellt hat, dass es noch höher geht, dann war man eben noch nicht da. So einfach war das. Von oben hatten man dann wirklich einen tollen Blick – rechts und links, vorne und hinten nichts als Meer.

Auf dem Rückweg haben wir noch einen Abstecher zum Botanischen Garten gemacht (traumhaft!) und sind dann natürlich prompt gleich mal unserem schrecklichen Guide in die Arme gelaufen. Man kann hier keine fünf Schritte gehen, ohne dass man einem Bekannten begegnet. Ich glaube, auf Dauer würde mich das wahnsinnig machen. Zum Glück hat er nur kurz gewunken, anstatt gleich wieder loszuwettern was für ein “Shit Fuck” das ist, dass vor hunderten von Jahren irgendwelche Europäer irgendeinen Moai von seiner Insel mitgenommen und ins British Museum gestellt haben. Wir sind inzwischen der Meinung, dass nur so viele Moai in der Gegend herumliegen und vor sich hin verwittern, weil es einfach unmöglich ist, mit den Einheimischen hier einen Konsens zur Rettung der kulturellen Schätze zu erreichen. Anders kann ich es mir nicht vorstellen, dass sich noch keine internationale Organisation darangemacht hat, die Moai in irgendeiner Weise zu konservieren.

Wer übrigens mehr über die Osterinsel und seine undurchsichtige Historie erfahren will, findet hier interessante Informationen. Dort steht, dass es anscheinend doch noch Reste von Werkzeugen gibt, die zur Herstellung der Moai verwendet wurden, und dass diese hier am Ort im Museum zu sehen sind. Dem Museum werden wir morgen also mal einen Besuch abstatten. Nach dem Museum ist dann hoffentlich Zeit, um uns Gedanken über strategisches Kofferpacken zu machen, denn wir konnten es natürlich nicht lassen, einen Miniatur-Moai zu kaufen. Wie wir den noch einen Monat in der Weltgeschichte herumschleppen und dann nach Hause bringen können, ist allerdings offen. Er soll als Vorlage für den großen Moai dienen, den wir uns irgendwann in den Garten stellen (grins).

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